Stand: 24.03.2020 15:08 Uhr

Corona: Firmen reagieren kreativ und helfen

Händedesinfektion. © Fotolia.com Foto: contrastwerkstatt
Mangelware Desinfektionsmittel: Firmen, die sonst Farbe oder Spirituosen herstellen, rüsten um. (Themenbild)

Geschäfte müssen schließen, Umsätze brechen ein, nötige Milliardenhilfen sind im Gespräch. Die Corona-Pandemie trifft auch Niedersachsens Wirtschaft hart. Doch in der Krise gibt es auch Lichtblicke. Einige niedersächsische Unternehmen haben eine Nische gefunden, kreativ umdisponiert und bieten auch Hilfe an.

Statt Schutz vor Robotern nun Corona-Schutzwände

Die Braunschweiger Zuführtechnik GmbH stellt normalerweise Schutzwände für die roboterbasierte Produktion her. Die Wände schützen die Belegschaften vor den Robotern. Nun produziert Geschäftsführer Claas Curland mit seinen rund 50 Beschäftigten "Tröpfchenschutzwände". Aus Plexiglas fertigen sie Schutzwände für Arztpraxen, Apotheken und Notaufnahmen. Fünf bis zehn Anfragen pro Stunde hat das Unternehmen derzeit nach eigenen Angaben.

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Desinfektion statt Farbe und Schnaps

Ebenfalls in Sachen Infektionsschutz hat sich das Chemieunternehmen Remmers in Löningen im Landkreis Cloppenburg ausgerichtet. Statt Farben werden in einem Teil der Produktion nun Desinfektionsmittel gemischt. Rettungsdienste, medizinische Einrichtungen und öffentliche Institutionen können sie zum Selbstkostenpreis erwerben. Ein wichtiger Rohstoff für die Herstellung von Desinfektionsmitteln: Alkohol. Schnapshersteller Jägermeister aus Wolfenbüttel spendet 50.000 Liter Alkohol. Laut Manja Puschnerus von der Jägermeister-Stifung ist dies aus einem Aufruf von Wolfenbüttler Apothekern im Rahmen einer Nachbarschaftshilfe entstanden. Darauf hätten sie das Braunschweiger Klinikum kontaktiert, das die Desinfektonsmittel in der Region koordiniert. Auch der emsländische Spirituosenhersteller Berentzen ist mit Krankenhäusern in Kontakt.

Atemschutzmasken aus der Automobilindustrie

Ebenfalls rar in diesen Tagen: Atemschutzmasken. Der Wolfsburger Automobilhersteller Volkswagen will 200.000 Masken spenden. Da die Produktion derzeit stillsteht, kämen diese ohnehin vorerst nicht zum Einsatz. Darüber hinaus könnten Autobauer womöglich ihre Produktionsmittel umfunktionieren, um Krankenhaus-Equipment herzustellen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 24.03.2020 | 17:00 Uhr

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