Corona: Diese neuen Regeln gelten jetzt in Niedersachsen

Stand: 22.06.2021 20:48 Uhr

Die Landesregierung hat frühzeitig die niedersächsische Corona-Verordnung aktualisiert. Am Montag sind wesentliche Lockerungen für Inzidenzen unter 10 in Kraft getreten- die sogenannte Stufe null.

Eine Änderung gilt bereits seit dem Wochenende: In allen Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer konstanten Inzidenz unter 35 dürfen sich zehn Personen aus bis zu zehn Haushalten treffen, wie Regierungssprecherin Anke Pörksen mitteilte. Gleichzeitig aber warnte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD): "Bei aller Freude müssen wir vorsichtig bleiben. Die Delta-Variante breitet sich in Europa aus und wird auch an uns nicht vorbeigehen." Insgesamt aber sei die Entwicklung ermutigend: Die Infektionszahlen in Niedersachsen gingen weiterhin deutlich zurück.

Regeln bei stabilen Inzidenzen unter 10:

  • In geschlossenen Räumen sind private Treffen mit bis zu 25 Personen erlaubt, unter freiem Himmel mit bis zu 50 Personen. Nicht eingerechnet werden Kinder dieser Personen bis zu einem Alter von einschließlich 14 Jahren, vollständig Geimpfte und genesene Personen sowie Begleitpersonen und Betreuungskräfte von Menschen mit einer wesentlichen Behinderung oder Pflegebedürftigkeit.
  • Treffen und Feiern mit mehr als 25 Personen in geschlossenen Räumen beziehungsweise mehr als 50 Personen unter freiem Himmel sind möglich, wenn die für die Feier verantwortliche Person sicherstellt, dass alle Teilnehmenden einen negativen Test nachweisen können, vollständig geimpft oder genesen sind. Kinder bis zu einem Alter von einschließlich 14 Jahren müssen nicht getestet werden.
  • Bei Sitzungen, Zusammenkünften und Veranstaltungen entfallen Abstandsgebot und Maskenpflicht, wenn drinnen nicht mehr als 25 Personen beteiligt sind und nicht mehr als 50 Personen im Freien teilnehmen. Bei größeren Sitzungen gilt die Abstands- und drinnen auch die Maskenpflicht, solange kein Sitzplatz eingenommen wurde. Die Hygieneregeln gelten nicht, wenn alle Teilnehmenden negativ getestet, komplett geimpft oder genesen sind. Der Veranstalter muss die Daten aufnehmen, um Kontakte nachverfolgen zu können.
  • Stadtführungen und Führungen durch Natur und Landschaften sind uneingeschränkt zulässig. Es gelten weder Abstands- noch Maskenpflicht.
  • Touristische Schiffs- , Kutsch-, Bus- sowie Seilbahnfahrten brauchen ein Hygienekonzept. Am Sitzplatz gilt Maskenpflicht, wird der Mindestabstand eingehalten, entfällt sie.
  • Bei touristischen Übernachtungen muss nur bei der Anreise ein negativer Corona-Test nachgewiesen werden
  • Bei geschlossenen Feiern in der Gastronomie entfallen Personenbegrenzungen. Bei Feiern ab 25 Personen drinnen und ab 50 Personen draußen müssen nicht vollständig geimpfte oder genesene Personen einen negativen Testnachweis vorlegen.
  • Gäste von Clubs und Discotheken müssen einen negativen Testnachweis vorlegen oder einen Nachweis über die vollständige Impfung oder Genesung. Masken- und Abstandspflicht entfallen.
  • Die Maskenpflicht auf Wochenmärkten entfällt.

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Weitere Neuregelungen in der Corona-Verordnung

  • Härtefallregelung bei lokalen Corona-Ausbrüchen: Überschreitet ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt aufgrund räumlich abgegrenzter Neuinfektionen einen Schwellenwert des Stufenplans, greift nicht mehr automatisch die nächsthöhere Stufe.
  • Die Maskenpflicht auf Einzelhandelsparkplätzen entfällt bei stabilen Inzidenzen unter 35.
  • Übernachten zu touristischen Zwecken in Wohnmobilen und Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Flächen und auf für die Öffentlichkeit geöffneten Flächen ist unabhängig von Inzidenz-Werten möglich.
  • Mitarbeitende in Diskotheken und Clubs müssen Mund-Nasen-Bedeckungen tragen
  • Bei Inzidenzen unter 50 muss bei Angeboten der Jugendarbeit keine Mund-Nasen-Bedeckung mehr getragen werden.

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Maskenpflicht auf Schulhöfen ist aufgehoben

Für Schülerinnen und Schüler gilt zudem: Sie müssen ab sofort auf den Schulhöfen keine Maske mehr tragen, wie Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Freitag bekannt gab. In den Schulgebäuden bleibe die Maskenpflicht jedoch auf Fluren, in Treppenhäusern und auf Toiletten bestehen. Dadurch könne wieder ein Stück Normalität in die Schulen zurückgeholt werden, sagte Tonne. Er appellierte gleichzeitig an die Schulen, nicht nachlässig zu werden. Der Schritt sei möglich, weil Maßnahmen wie die verpflichtenden regelmäßigen Corona-Selbsttests weiter gelten.

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Ministerpräsident Weil: "Harte Zeit des Verzichts"

Die verstärkten Lockerungen seien den deutlich gesunkenen Infektionszahlen und der steigenden Zahl Geimpfter zu verdanken, wie Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte. "Hinter uns allen liegt eine sehr harte Zeit des Verzichts", so der Sozialdemokrat. Es werde nun wieder möglich sein, mehr Freunde zu treffen, mehr Veranstaltungen zu besuchen und gemeinsam zu feiern. Insbesondere auch die sehr belasteten Kinder und Jugendlichen könnten endlich wieder mehr miteinander unternehmen. Angesichts der sich ausbreitenden Delta-Variante müssten die Menschen jedoch weiter vorsichtig bleiben. Die neue Corona-Verordnung gilt vorerst bis zum 16. Juli.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 21.06.2021 | 18:00 Uhr

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