Stand: 21.08.2019 07:00 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Bürger gegen Beamte: Der Ton wird rauer

Laut einer im Auftrag des Deutschen Beamtenbunds (DBB) erstellten und am Dienstag vorgestellten Studie wurde jeder zweite Staatsdiener schon beleidigt oder angegriffen. Knapp 20 Prozent seien während ihrer Tätigkeit sogar geschlagen worden, heißt es in der Untersuchung des Forsa-Instituts. In Niedersachsen wird die Situation ähnlich wahrgenommen. Im vergangenen Jahr sind laut Kriminalstatistik fast 3.000 Fälle gemeldet worden, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Schon 2017 war die Zahl der Übergriffe auf Rettungskräfte gestiegen.

7 Tage... unter Polizisten

7 Tage -

Die einen werfen ihnen Gewalt und Amtsmissbrauch vor, die anderen fühlen sich von ihnen bei Krawall im Stich gelassen. Wer sind die Menschen, die wir meist nur in gepanzerter Uniform kennen?

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Beleidigt, angespuckt, mit Waffen bedroht

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Niedersachsen sagt schon seit Längerem, dass Gewalt ein ständiger Begleiter für die Polizeibeamten sei. Es komme immer häufiger vor, dass Polizisten beleidigt, angespuckt oder sogar mit Waffen bedroht werden. Der GdP-Landesvorsitzende Dietmar Schilff sagt, dass der Alkohol das größte Problem sei. "Egal ob es junge Frauen sind oder junge Männer. Ob Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund", so Schilff. Er fordert deshalb, die Polizisten besser auszustatten. Die vom Land dafür im kommenden Jahr bereitgestellten sieben Millionen Euro seien dazu nicht ausreichend, sagte Schilff. Mehr als das Doppelte sei nötig.

Mehr Übergriffe in den Städten?

Laut Karl-Peter Grote vom Landesfeuerwehrverband Niedersachsen (LFV) werden immer häufiger Feuerwehrleute beleidigt. Das Klima sei rauer geworden, sagte Grote NDR 1 Niedersachsen. Offenbar gibt es aber regionale Unterschiede: Die Feuerwehrleute in den Städten würden häufiger berichten, dass sie angepöbelt oder beschimpft werden, als die auf dem Land, so der LFV-Vizepräsident.

Statistiken fehlen

Von großen regionalen Unterschieden spricht auch Martin Kalt, Landesvorsitzender des Niedersächsischen Beamtenbundes (NBB). Belegen lässt sich das nicht - es gibt keine entsprechenden umfassenden Statistiken. Kalt sieht hier Nachbesserungsbedarf: Das Innenministerium, die Städte und Kommunen müssten zusammentragen, wie viele öffentlich Bedienstete betroffen sind, fordert er.

70 Prozent mit Behörden zufrieden

Thorsten Bullerdiek, Sprecher des Städte- und Gemeindebunds in Niedersachsen, sagt: Viele Bürger schimpfen auch im Internet und bezeichnen Beamte als Trantüte oder Nichtskönner, wenn zum Beispiel ein negativer Bescheid vom Amt gekommen ist. Dennoch: Insgesamt sind fast 70 Prozent zufrieden damit, wie Mitarbeiter bei Behörden mit ihren Anfragen umgehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 21.08.2019 | 08:00 Uhr

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