Corona-Impfstoff des Herstellers AstraZeneca steht in Kartons in einem Kühlschrank. © picture alliance / empics Foto: Yui Mok

Braunschweiger Klinik stoppt Impfung mit AstraZeneca-Mittel

Stand: 16.02.2021 21:07 Uhr

Der Impfstoff von AstraZeneca ruft offenbar vermehrt Nebenwirkungen hervor. Am Klinikum Emden wurden daher Impfungen zwischenzeitlich unterbrochen - so jetzt auch in einem Braunschweiger Krankenhaus.

Das Herzogin-Elisabeth-Hospital in Braunschweig erklärte, Impfungen mit diesem Präparat verschieben zu wollen. Dort konnten von 88 Beschäftigten, die am Donnerstag geimpft worden waren, 37 wegen "Impfreaktionen" vorübergehend nicht zur Arbeit kommen. Auch um den Betrieb nicht zu gefährden, würden die weiteren Impfungen nun ausgesetzt, sagte eine Sprecherin. Darüber hatte zuerst die "Braunschweiger Zeitung" berichtet.

Vakzine wird im Landkreis Leer wieder verimpft

Zwischenzeitlich galt auch am Klinikum Emden ein Impfstopp für die Vakzine, die in einer Kooperation zwischen dem schwedischen Hersteller und der britischen Universität Oxford entstanden ist. Denn auch in Emden hatten sich zahlreiche Klinik-Mitarbeitende nach der Impfung krankgemeldet. Nach Rücksprache mit dem Land gab der Landkreis Leer aber wieder grünes Licht für die Impfungen. Auch an Kliniken in Oldenburg und Delmenhorst hatten viele Mitarbeitende über Fieber, Schüttelfrost und Übelkeit geklagt, nachdem sie den Impfstoff verabreicht bekommen hatten. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen.

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AstraZeneca: Erwartbare Reaktionen

Corona-Krisenstab-Leiter Heiger Scholz sagte auf der wöchentlichen Pressekonferenz am Dienstag, dass es keine schwerwiegenden Komplikationen gegeben habe. Niemand habe ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Ein Chargenproblem sei nicht auszuschließen. Er wertete die Nebenwirkungen aber auch als positives Zeichen dafür, dass der Impfstoff wirke. Das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut wurde über die gehäuft auftretenden Impf-Reaktionen informiert. Der Hersteller AstraZeneca sieht indes keinen Grund zur Sorge: "Derzeit sind die gemeldeten Reaktionen so, wie wir sie aufgrund der Erkenntnisse aus unserem klinischen Studienprogramm erwarten würden."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.02.2021 | 12:00 Uhr

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