Stand: 09.09.2020 11:48 Uhr

Brand in Moria: Pistorius will Flüchtlingsaufnahme

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius. © picture alliance Foto: Hauke-Christian Dittrich
Die Brände im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos haben Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) entsetzt.

Mit Entsetzen hat Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) auf den Brand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos reagiert und die europäische Flüchtlingspolitik scharf kritisiert. Das Feuer sei eine Tragödie, sagte Pistorius am Mittwoch in Hannover: "Es trifft die Schwächsten." Der Minister ergänzte: "Das vollkommen überfüllte Lager ist das Symbol für das Versagen europäischer Flüchtlingspolitik. Sie hat die Menschen vor Ort quasi zu Gefangenen gemacht. Mitten in der EU - in unmenschlichen Zuständen."

Brände inzwischen unter Kontrolle

Geflüchtete rennen während ein Feuer im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos brennt. © picture alliance Foto: Panagiotis Balaskas
In dem griechischen Flüchtlingslager Moria waren in der Nacht mehrere Feuer ausgebrochen.

In dem Lager waren in der Nacht mehrere Feuer ausgebrochen. Sie sind inzwischen unter Kontrolle. Das mit 12.000 Menschen vollkommen überfüllte Camp wurde geräumt. Es stand wegen eines Corona-Ausbruchs unter Quarantäne. Pistorius sagte, dass "diesem unwürdigen, lebensgefährlichen Schauspiel" nach dem Brand und vor dem Winter ein Ende gesetzt werden. Pistorius hatte sich in der Vergangenheit immer wieder vor allem für die Aufnahme von unbegleiteten Kindern und Jugendlichen in Deutschland eingesetzt. "Die EU muss sich daran messen lassen, wie sie mit den Schwächsten umgeht. Die Flüchtlinge von Lesbos brauchen unseren Schutz."

Pistorius: "Menschen über die EU verteilen"

Von der Bundesregierung und den europäischen Staaten forderte Pistorius, das Lager aufzulösen und die Menschen über die EU zu verteilen. Dort sollten sie ihre Asylverfahren durchlaufen. Alle Lager auf den Inseln in der Ägäis müssten geräumt werden, so Pistorius.

Weitere Informationen
Ein Passagier geht die Treppe an einem Flugzeug hinunter. © dpa - Bildfunk Foto: Peter Steffen

Geflüchtete aus Griechenland in Hannover gelandet

Erneut sind in Hannover kranke Kinder und ihre Angehörigen aus griechischen Flüchtlingscamps gelandet. Insgesamt soll Deutschland mehr als 900 Menschen aufnehmen. mehr

Drei kleine Kinder stehen nahe des Dorfes Petra auf der griechischen Inseln Lesbos vor einem kleinen Zelt. © dpa - Bildfunk Foto: Panagiotis Balaskas

Pistorius begrüßt Aufnahme weiterer Geflüchteter

Innenminister Pistorius begrüßt Pläne, mehr Kinder und deren Angehörige aus griechischen Flüchtlingslagern aufzunehmen. Laut Bund sollen 243 behandlungsbedürftige Kinder kommen. mehr

Kinder im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos © SOS-Kinderdörfer/Moutafis/SOS-Kinderdörfer weltweit/obs

Aufnahme von Flüchtlingen: Pistorius macht Druck

Innenminister Pistorius pocht erneut auf die Aufnahme minderjähriger Flüchtlinge aus griechischen Lagern. Unterstützt wird er dabei von den Oberbürgermeistern aus sieben Städten. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.09.2020 | 10:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

Claudia Schröder, Abteilungsleiterin Gesundheit im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, und Heiger Scholz, Leiter des Krisenstabes des Landes Niedersachsen und Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, geben eine Pressekonferenz zur Entwicklung der Coronakrise in Niedersachsen. © dpa-Bildfunk Foto: Moritz Frankenberg/dpa

Jetzt live: Krisenstab zur Corona-Situation in Niedersachsen

Zuletzt stagnierte das Infektionsgeschehen im Land. NDR.de zeigt die Pressekonferenz jetzt live. Video-Livestream