Stand: 04.07.2018 14:37 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Blaualgen trüben Badespaß in Niedersachsen

Draußen strahlt die Sonne - und es sind auch noch Sommerferien. Die Wassertemperaturen in den Badeseen steigen. Bestes Badewetter also - doch das Wetter begünstigt auch die Bildung von Blaualgen, die das Baden kräftig vermiesen. Denn Blaualgen können Durchfall, Erbrechen, Schwindel und Benommenheit auslösen und die Haut reizen. Besonders Kleinkinder, aber auch Tiere sollten das Wasser nicht schlucken. In acht Gewässern besteht laut Niedersächsischem Landesgesundheitsamt derzeit die Gefahr von Blaualgen. Dort sollte man sich vor Ort über den aktuellen Stand informieren und gegebenenfalls nicht baden, rät das Amt. In zwei Fällen ist das Baden sogar derzeit verboten: In Teilen des Laascher Sees (Landkreis Lüchow-Dannenberg) und in der Thülsfelder Talsperre (Landkreis Cloppenburg).

Algen könnten sich weiter vermehren

Im Wasser der Talsperre sei der Blaualgenteppich teilweise so dicht, dass man im Wasser nur noch 50 Zentimeter weit sehen kann, sagte Kreissprecherin Sabine Uchtmann. Schuld sei allein die Wetterlage: trocken, windig, warm und sonnig. Und da sich das in den nächsten Tagen kaum ändern soll, könnten sich die Blaualgen weiter vermehren. Das Gesundheitsamt will jetzt möglichst täglich Wasserproben nehmen, um das beliebte Badegewässer so schnell wie möglich wieder freigeben zu können.

Was macht Blaualgen zur Gefahr?

  • Blaualgen sind Bakterien und vermehren sich meist bei hohen Wassertemperaturen massenhaft. Betroffen sind vor allem große, flache Seen.
  • Wer in mit Blaualgen belastetem Wasser schwimmt, nimmt gesundheitliche Risiken auf sich. Die Haut wird gereizt, auch Übelkeit und Erbrechen sind mögliche Folgen.
  • Gefährlich wird es, wenn jemand große Mengen von Wasser mit Blaualgen verschluckt. Toxine der Cyanobakterien können Teile der Lunge lähmen, sodass der Betroffene ersticken kann.

Auf Eintrübung des Wassers achten

Badegäste sollten auf Warntafeln oder auf eine Verfärbung des Wassers achten, riet die Mikrobiologin Katharina Kohls vom Landesgesundheitsamt: "Wer in knietiefem Wasser seine Füße nicht mehr sehen kann, sollte dort nicht baden." Die Region Hannover weist zudem darauf hin, dass Blaualgen sich auch innerhalb kurzer Zeit an Badestellen sammeln können - je nach Wind und Wellen. Trübt sich das Wasser ein, sollten Badende es schnell verlassen.

Hier herrscht Badeverbot:

  • Laascher See (Landkreis Lüchow-Dannenberg)
  • Thülsfelder Talsperre (Landkreis Cloppenburg)

Hier wird vor Blaualgen gewarnt:

Region Hannover

  • Kiesteich Metel (Tannenbruchsee)
  • Parksee Lohne
  • Badestrand Weiße Düne Mardorf
  • Badeinsel im Steinhuder Meer
  • Irenensee Dahrenhorst

Landkreis Hildesheim

  • Hohnsensee

Landkreis Harburg

  • Badeteich Ramelsloh

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 04.07.2018 | 14:30 Uhr

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