Stand: 10.01.2018 16:04 Uhr

Bischof Bode für Segnung von Homo-Paaren

Der stellvertretende Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Franz-Josef Bode, hat eine neue Diskussion über die Segnung gleichgeschlechtlicher Beziehungen angeregt. "Ich meine, wir müssen in der Kirche ausführlicher darüber diskutieren. Schweigen und Tabuisieren führt nicht weiter und verunsichert", sagte der Osnabrücker Bischof der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Man kann zum Beispiel über eine Segnung nachdenken - die nicht zu verwechseln ist mit einer Trauung."

Bode ist der dienstälteste der deutschen Ortsbischöfe

Ein Vorstoß, der viele überrascht - erst vor Kurzem hat etwa im Bistum Münster Bischof Felix Genn einem Pfarrer untersagt, dem Emmericher Bürgermeister Peter Hinze (SPD) und seinem Lebensgefährten im Rahmen eines Wortgottesdienstes einen "Segen für Liebende" zu spenden. Und ein Vorschlag, der immerhin vom stellvertretenden Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz kommt. Zugleich ist Bode der dienstälteste der deutschen Ortsbischöfe. Auch wenn sich die "Ehe für alle" vom Eheverständnis der Kirche unterscheide, sei diese nun politische Realität, so der Geistliche. Über homosexuelle Beziehungen sagt der Bischof: "Ist da nicht so viel Positives, Gutes und Richtiges, dass wir dem gerechter werden müssen?"

Laien sind für die Segnung

Die katholische Laienorganisation "Wir sind Kirche" sprach sich für eine Segnung aus. Wenn Autos und anderes gesegnet würden, dürfe die Kirche gleichgeschlechtlichen Paaren den Segen nicht verweigern, sagte Sprecher Christian Weisner der Zeitung. Auch das das oberste repräsentative Laien-Gremium, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), plädiert für die kirchliche Segnung homosexueller Paare. Markus Gutfleisch von der ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche sagte: "In lesbischen und schwulen Partnerschaften wird täglich Liebe gelebt - Bode hat verstanden, wie viele Paare um den Segen Gottes für ihren Weg bitten".

Evangelische Kirche ist offener

Nach katholischer Lehre kann es das Sakrament der Ehe nur zwischen Mann und Frau geben. Die Kirche beruft sich dabei auf die biblische Überlieferung und das sogenannte Naturrecht. Und auch für Bode stand noch im Juni, als die "Ehe für alle" vom Bundestag beschlossen worden war, fest: Die Ehe ist "eine Gemeinschaft aus Mann und Frau, aus der auch Kinder hervorgehen können". Eine völlige begriffliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe sei unangemessen. Im Gegensatz zur katholischen Kirche sind in fast allen 20 evangelischen Landeskirchen Trau- oder Segnungsfeiern möglich.

Weitere Informationen

"Ehe für alle": Überfällig oder überstürzt?

Die "Ehe für alle" ist heute vom Bundestag beschlossen worden. Der Osnabrücker Bischof Bode kritisiert die Abstimmung als überstürzt, Landesbischof Meister begrüßt eine Öffnung. (29.06.2017) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 10.01.2018 | 13:00 Uhr

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