VIDEO: Daniela Behrens: "Erst impfen, dann die Ferien genießen!" (1 Min)

Behrens fürchtet Verbreitung der Delta-Variante durch Reisen

Stand: 29.06.2021 15:58 Uhr

Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens hat am Dienstag auf der Corona-PK über die Fußball-Europameisterschaft und die anstehenden Ferien gesprochen. Sie sieht volle Stadien mit Sorge.

Es drohe die Gefahr, dass sich die gefürchtete Delta-Variante des Coronavirus durch vermehrte Reisetätigkeiten im Zusammenhang mit der EM weiter verbreite, sagte die SPD-Politikerin. Dies sei ein Faktor, der "die Pandemie eventuell verschärfen" könnte - vor allem wenn, wie in London, innerhalb weniger Tage mehrfach 60.000 Menschen ins Wembley-Stadion drängten. "Ich finde die Stadien in Großbritannien viel zu voll - auch angesichts der Delta-Variante und des Virusvarianten-Gebiets. Und ich finde die Stadien in Dänemark viel zu voll", sagte die Gesundheitsministerin am Dienstag in Hannover. "Man braucht viel, viel Abstand, um das Infektionsgeschehen zu kontrollieren. Und daher finde ich den Weg, den wir in Deutschland gewählt haben, einen besseren."

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Ein klassischer analoger Impfpass steht neben einer Impfdosis und einer Spritze auf einem Tisch. Bild: picture alliance / Geisler-Fotopress | Dwi Anoraganingrum/Geisler-Fotop © picture alliance / Geisler-Fotopress | Dwi Anoraganingrum/Geisler-Fotop Foto: Geisler-Fotopress

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Erst impfen, dann ins Flugzeug steigen

Urlaubsreisen hält sie vor dem Hintergrund der schnellen Verbreitung der Delta-Variante zumindest für bedenklich. Die zu erwartende hohe Reisetätigkeit im Sommer könne "die Pandemie eventuell verschärfen". Vorschriften für Reiseziele wolle und könne sie jedoch nicht machen, sagte Behrens. Wohin man fahre, müsse jeder für sich entscheiden. Die Gesundheitsministerin wies allerdings darauf hin, dass man am Beispiel Portugal gesehen habe, wie schnell ein Land zu einem Virusvarianten-Gebiet werden könne. "Und dann sitzen sie im Urlaub und dürfen sich darauf freuen, dass sie nach dem Urlaub zwei Wochen in Quarantäne gehen dürfen." Dies sei im Übrigen unabhängig davon, ob eine Person durchgeimpft sei oder nicht. "Mir ist es wichtig, dass man sich erstens impfen lässt - egal ob man reist oder nicht. Und zweitens dass man sich gut überlegt, was sein muss in diesem Sommer", so Behrens.

Impftermine an Urlaub anzupassen hält Behrens für nicht machbar

Von einer Terminverschiebung der Zweitimpfung, falls diese in zeitlichem Konflikt zum Urlaub steht, rät sie ab. "Mit Impfstoff kann man schwer verhandeln", so Behrens. Man befinde sich immer noch in einer pandemischen Lage. "Ich glaube ehrlich gesagt, auch aus Sicht einer Gesundheitsministerin, dass Impfen derzeit ein bisschen wichtiger ist als andere Themen." Es gebe klare Zulassungsbestimmungen, wie die Impfintervalle sein sollten, um den vollen Immunschutz auszubilden. Hole man sich die Zweitimpfung zu früh ab, drohe ein Verlust der Wirksamkeit. Wenn man zu spät impfe, beginne das Intervall von Neuem. Impfzentren seien da wenig flexibel.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 29.06.2021 | 16:00 Uhr

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