Behrens: Corona-Impfung in Zentren jetzt noch zügig nutzen

Stand: 03.08.2021 15:25 Uhr

In der Pressekonferenz des Corona-Krisenstabs hat Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Dienstag über die aktuelle Lage informiert. Dabei warb sie mehrfach fürs Impfen.

Ende September schließen die Impfzentren in Niedersachsen. Ab dann übernehmen die Arztpraxen und Betriebsärztinnen und -ärzte. Termine für die Erstimpfung in den Impfzentren werde es nur noch bis zum 5. September geben, so Behrens. Das Intervall zwischen den zwei Terminen bei mRNA-Impfstoffen Biontech und Moderna sei auf drei Wochen verkürzt worden. Diese Option laufe noch nun vier, fünf Wochen "danach wird es eng", sagte die Ministerin weiter.

Behrens: "Anreiz ist, dass man nicht schwer krank wird"

Damit verwies sie auf die Pläne, den kostenlosen Bürgertest für Nichtgeimpfte in Deutschland abzuschaffen. Auch dies könne ein Anreiz für Menschen sein, die sich bislang nicht impfen haben lassen, die Chance in den Impfzentren jetzt noch zu nutzen. Darüber hinaus seien keine besonderen Anreize wie kulinarische oder ähnliche Belohnungen für Impfwillige in Niedersachsen geplant. "Der Anreiz ist, dass man nicht schwer krank wird", sagte die Ministerin. Für die geplanten Auffrischungsimpfungen sollen ab Herbst mobile Impfteams eingesetzt werden. Sie sollen Menschen in Alten- und Pflegeheimen versorgen.

Impfen für Kinder und Jugendliche wohnortunabhängig

In Bezug auf die laufende Impfkampagne für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zeigte sich die Ministerin zufrieden. Es seien 112.000 Menschen der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen einmal und 41.000 vollständig geimpft. Insgesamt müssten 435.000 Schülerinnen und Schülern ein Impfangebot erhalten. Sie können in 36 von 50 niedersächsischen Impfzentren Termine vereinbaren. Da nicht alle Impfzentren auch Kinder und Jugendliche impfen, würde die Vergabe für diejenigen, in deren Nähe kein Impfzentrum verfügbar ist, wohnortunabhängig über die Impf-Hotline erfolgen. Dass nicht alle Zentren diese Altersgruppe versorgen, liege daran, dass sich nicht alle Medizinerinnen und Mediziner als ausreichend erfahren mit der Behandlung dieser Altersgruppe betrachten würden. Zudem gebe es von der Ständigen Impfkommission (Stiko) keine allgemeine Empfehlung für Jüngere, woran sich die Behandelnden orientierten.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten am Montag einstimmig flächendeckende Impfangebote für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren beschlossen.

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Mehr Geimpfte, weniger Infizierte

Allgemein seien die Impfquoten zufriedenstellend, allerdings gebe es bei den Jüngeren Nachholbedarf. Dies spiegele sich in den Inzidenzahlen bezogen auf Neuinfektionen wider, hieß es bei der Pressekonferenz. Während der Wert in der Altersgruppe ab 60 bei 2,3 liege, seien es bei den 12- bis 17-Jährigen 24,8; bei den 18- bis 59-Jährigen 23,8. Dies sei ein weiterer Grund, weshalb das Ministerium so fürs Impfen werbe: "Impfen hilft", sagte Behrens.

Mehr als 300.000 Dosen AstraZeneca übrig

Dass die Werbung offenbar nötig und mangelnder Impfstoff in Niedersachsen aktuell nicht mehr das Problem ist, zeigt auch eine andere Zahl. Wie die stellvertretende Chefin des Krisenstabes Claudia Schröder erklärte, werden mehr als 300.000 Dosen AstraZeneca nicht mehr gebraucht. Die Bestände sollen vom Bund eingesammelt und an Drittländer in Afrika geliefert werden. Das gelte zunächst für die 120.000 Dosen, die in Verteilzentren lagern. Darüber hinaus lägen weitere 197.000 Dosen in den Impfzentren. Ob und wann diese abgeholt würden, stehe noch nicht fest. In Hinblick auf das nahende Ablaufdatum der Mehrheit der Dosen Ende Oktober sagte Schröder: "Von daher haben wir da keine Zeit. Der Bund hat auch keine Zeit und wir Länder machen Druck beim Bund."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Hallo Niedersachsen | 03.08.2021 | 19:30 Uhr

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