AstraZeneca-Stopp: Vor allem Kitas und Schulen betroffen

Stand: 16.03.2021 07:23 Uhr

Die Aussetzung der Corona-Impfungen mit AstraZeneca hat auch auf Niedersachsen erhebliche Auswirkungen. Betroffen sind vor allem Kitas und Schulen.

In der Region Hannover fällt der Einsatz der mobilen Teams in Schulen und Kitas zunächst aus. Außerdem wurde die Lieferung von AstraZeneca-Impfstoff an die Kliniken ausgesetzt. Der Betrieb im Impfzentrum auf dem Messegelände kann nach Angaben einer Sprecherin dagegen ohne Einschränkungen weiterlaufen, da hier nur die Impfstoffe von Biontech und Moderna zum Einsatz kommen.

Peine: Hälfte aller Impftermine betroffen

Im Landkreis Stade können in dieser Woche 650 geplante Impfungen von Kita- und Grundschulpersonal mangels eines alternativen Impfstoffs nicht durchgeführt werden. Wann die Termine nachgeholt werden können, steht derzeit noch nicht fest. Im Landkreis Peine ist die Hälfte aller geplanten Impftermine geplatzt. In der vergangenen Woche wurden im Peiner Impfzentrum noch 3.000 Menschen mit dem Impfstoff von AstraZeneca behandelt. Der Stopp betrifft vor allem Beschäftigte in Schulen und Kitas. Der Landkreis Peine hofft, dass möglichst schnell zusätzlicher Impfstoff geliefert werden kann. Die geplanten Termine für Menschen über 80 Jahre sind nicht betroffen. Sie erhalten den Impfstoff von Biontech.

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Mit dem Piktogramm einer Spritze wird auf einem Gehweg auf das Impfzentrum in Osnabrück hingewiesen. © dpa-Bildfunk Foto: Friso Gentsch

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Behrens "Sicherheit und Gesundheit gehen vor"

Das Sozialministerium hatte am Montag umgehend die Impfzentren informiert, ab sofort den AstraZeneca-Impfstoff liegen zu lassen. "Die Sicherheit und Gesundheit der Menschen geht vor, das ist vollkommen klar", teilte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) mit. Deswegen sei die Entscheidung des Paul-Ehrlich-Instituts absolut nachvollziehbar und richtig. "Das wirft uns in der Impfkampagne aber natürlich wieder ein Stück zurück", so Behrens. Rund 160.000 Impfdosen, für die es entweder schon Termine gab oder für die demnächst welche vergeben werden sollten, liegen somit vorerst auf Eis. Wie mit dem gelagerten Impfstoff umgegangen werden soll, werde derzeit geprüft. Personen, die mit AstraZeneca geimpft und bei denen mehr als vier Tage zunehmend starke und anhaltende Kopfschmerzen oder punktförmige Hautblutungen auftreten, sollen sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben.

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Eine Flasche des Impfstoffes von AstraZeneca steht vor einer Verpackung. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Bodo Schackow Foto: Bodo Schackow

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Weil spricht von einem "herben Rückschlag"

Auch Ministerpräsident Stephan Weil wurde von der Nachricht überrascht. "Das war ein Schlag ins Kontor", sagte der SPD-Politiker am Montagabend in der NDR Sendung DAS!. Die Aussetzung von AstraZeneca sei ein herber Rückschlag, weil das Präparat ein Viertel aller Impfungen in Niedersachsen ausmache, betonte Weil. "Das wirft uns zurück." Unter anderem könne man nun auch nicht mehr garantieren, dass die Hausärzte Mitte April in die Verabreichung der Impfdosen integriert würden. Von daher wünsche er sich eine schnelle Klärung, so der Ministerpräsident.

MHH-Mediziner sieht bei Zweitimpfung noch keine Probleme

In Niedersachsen haben seit Anfang Februar 134.500 Menschen den Impfstoff von AstraZeneca gespritzt bekommen. Da die zweite Spritze erst nach zwölf Wochen verabreicht werden muss, sei dies zunächst keine Problem, sagte Tobias Welte von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Welte sagte, er gehe davon aus, dass in zwei bis drei Wochen Klarheit herrsche, was die Nebenwirkungen für einen weiteren Einsatz des Impfstoffes bedeuten. Geprüft wird, ob Thrombose-Fälle auf AstraZeneca zurückzuführen sind. Welte sagte, in Europa habe es bislang 30 Fälle von dieser Thrombose gegeben - bei etwa fünf Millionen Impfungen. Im Vergleich dazu würden an Corona 20 von 1.000 Infizierten sterben, so der MHH-Mediziner.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.03.2021 | 07:00 Uhr

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