Stand: 20.01.2020 20:38 Uhr  - Niedersachsen 18.00

Arme Rentner in Niedersachsen: Frauen und Kranke

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Altersarmut betrifft weiter besonders Frauen. (Themenbild)

Immer mehr Menschen in Niedersachsen leben trotz Rente in Armut. Inzwischen lebt einer von sechs Rentnern in sogenannter Altersarmut. Zu diesem Ergebnis kommt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in seinem aktuellen Rentenreport. Demnach liegt die Armutsquote bei Rentnern mittlerweile bei 16,3 Prozent. Vor zehn Jahren waren es laut DGB noch 12,7 Prozent. Nach wie vor seien es weiterhin Frauen, die im Alter in Armut leben müssten. Das hat der DGB am Montag in Hannover bei der Vorstellung des Rentenreports mitgeteilt.

71 Prozent der Neurentnerinnen fallen unter Armutsgrenze

Besonders dramatisch ist die Situation bei den Menschen, die gerade erst in Rente gegangen sind. Von denjenigen, die 2018 in Niedersachsen in Altersrente gingen, haben demnach 71 Prozent der Frauen und mehr als ein Drittel der Männer monatlich weniger als 900 Euro zur Verfügung. Im Durchschnitt lag die Rente vor diesem Jahr bei 646 Euro für Frauen und 1.198 Euro für Männer. Seit 2018 ist sie für Frauen leicht auf 692 Euro gestiegen und für Männer leicht auf 1.127 Euro gesunken. Grund für die gegensätzliche Entwicklung ist laut DGB eine stärkere Erwerbsbeteiligung von Frauen. Diese werde allerdings durch erzwungene Teilzeit, Minijobs und die Lohnlücke gebremst.

Erwerbsminderungsrente bei vielen unter 900 Euro

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Viele Rentner in Niedersachsen gelten als arm

20.01.2020 19:30 Uhr
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Arm im Alter trotz Berufstätigkeit: Ein Drittel der Männer und über 70 Prozent der Frauen, die 2018 in Niedersachsen in Altersrente gingen, erhalten Bezüge unter 900 Euro. Video (03:32 min)

Besonders Menschen, die aufgrund von Krankheit nur unregelmäßig beziehungsweise gar nicht mehr arbeiten könnten, geraten dem DGB zufolge in eine finanziell schwierigere Situation. Unter den Neubeziehern von Erwerbsminderungsrente liegt der monatliche Anspruch bei drei Viertel der Frauen und zwei Drittel der Männer bei weniger als 900 Euro. Jede zehnte Frau und jeder zehnte Mann bekommt sogar weniger als 300 Euro.

DGB-Chef fordert Anhebung des Rentenniveaus

"Wenn in so einem reichen Land wie unserem die Rente nicht zum Leben reicht, wo sonst?", kommentierte der niedersächsische DGB-Vorsitzende Mehrdad Payandeh. Die gesetzliche Rente müsse gestärkt werden, damit Altersarmut nicht zur Normalität werde. Die Absenkung des Rentenniveaus und prekäre Arbeitsverhältnisse schafften große Probleme. Payandeh bekräftigte die Forderung, das Rentenniveau langfristig wieder auf 50 Prozent anzuheben. Zudem müsse die Grundrente schnellstens Gesetz werden, "denn von ihr profitieren vor allem Frauen". Abschläge bei Erwerbsminderungsrenten müssten komplett entfallen.

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Rentenreport Niedersachsen 2020

Hier finden Sie den aktuellen Rentenreport des Deutschen Gewerkschaftsbundes Niedersachsen als PDF-Datei zum Download. Download (1 MB)

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 20.01.2020 | 18:00 Uhr

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