Ein Mann mit Regenschirm und Maske vor einem geschlossenem Restaurant in der Innenstadt Hannovers. © picture alliance Foto: Moritz Frankenberg

Angst vor Insolvenz: Land will Gastronomen helfen

Stand: 24.11.2020 10:30 Uhr

Der Teil-Lockdown setzt der Gastronomie und Touristik in Niedersachsen zu. Laut der Industrie- und Handelskammern sieht jeder zweite Betrieb eine Insolvenzgefahr. Das Land stellt Millionenhilfe bereit.

An der Befragung beteiligten sich insgesamt mehr als 2.000 Unternehmen im Land, wie die IHKN am Montag mitteilten. Auch die Veranstaltungsbranche bleibt demnach stark unter Druck. Viele Anbieter wüssten noch nicht, ob sie es durch den Winter schaffen. Deshalb sei es wichtig, dass die zugesagten "Novemberhilfen" endlich fließen. Viele Unternehmen hatten erneut komplizierte Antragsverfahren und Verzögerungen beklagt.

Wirtschaftsministerium sagt Hilfe zu

Unterdessen hat das niedersächsische Wirtschaftsministerium Hilfen für die Not leidenden Branchen zugesagt. Das Land will demnach der Gastronomie mit 25 Millionen Euro helfen. Nach Informationen des NDR in Niedersachsen kann das Geld ab Mittwoch bei der landeseigenen NBank abgerufen werden. Gastronomen können damit beispielsweise in Hygienetechnik und Umbauten investieren, die das Infektionsrisiko senken sollen. Bis zu 80 Prozent der Kosten können laut Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) über solche Hilfen abgedeckt werden. Das Förderprogramm des Landes läuft zusätzlich zu den "Novemberhilfen" des Bundes.

Acht Prozent aller befragten Betriebe fürchten das Aus

Die erneuten Umsatzeinbrüche lassen auch andere Betriebe im Freizeit- und Kulturbereich in eine düstere Zukunft schauen, wie die Umfrage der Kammern weiter zeigt. Der Gesamtwirtschaft machten die Corona-Einschränkungen ebenfalls zu schaffen. Bezogen auf die Anzahl aller befragten Betriebe, schätzten sich acht Prozent als von Insolvenz bedroht ein. Mehr als ein Drittel zehre vom Eigenkapital, mehr als ein Viertel habe keine ausreichende Liquidität. Die Hälfte meldete einen fortgesetzten Nachfragerückgang, knapp ein Drittel sei ganz oder zumindest teilweise geschlossen. Auswirkungen habe dies etwa auch auf den Einzelhandel und das Taxigewerbe.

IKHN: "Novemberhilfen" müssen umgehend ankommen

Fast jede zweite Firma hofft der Umfrage zufolge auf die "Novemberhilfen". "Die Politik steht jetzt in der Pflicht sicherzustellen, dass die Nothilfen bei diesen Unternehmen umgehend ankommen", sagte IHKN-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt. "Sonst brechen uns über den Winter einige Branchen weg." Auch über weitere Unterstützung wie Steuersenkungen oder bessere Abschreibungsmöglichkeiten müsse dringend nachgedacht werden.

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Dieses Thema im Programm:

Aktuell | 24.11.2020 | 08:00 Uhr

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