Stand: 25.06.2020 09:13 Uhr

Althusmann hält Beherbergungsverbot für notwendig

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). © dpa-Bildfunk Foto: Christophe Gateau
"Wir müssen den Schutz der Bevölkerung durchsetzen", sagte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann aus Niedersachsen auf NDR Info.

Der Coronavirus-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies in Nordrhein-Westfalen hat weitreichende Folgen für die Menschen aus den beiden Landkreisen Gütersloh und Warendorf. In Niedersachsen etwa wurde ein vorübergehendes Beherberungsverbot für Urlauber aus dieser Region angekündigt. Der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) verteidigte diese Maßnahme im Hörfunk-Interview auf NDR Info. Man müsse weiterhin verantwortungsvoll mit dem Coronavirus umgehen, sagte Althusmann: "Das Coronavirus ist hochinfektiös, es macht vor Urlaub nicht Halt. Insofern kann ich zwar die Verärgerung der Menschen verstehen, aber wir haben einen Schutzauftrag als Landesregierung. Und wir müssen dafür sorgen, dass das Coronavirus sich nicht verbreitet. Wir müssen weiterhin vorsichtig bleiben."

"Schwerste Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs"

Auch in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern gelten strenge Auflagen für Reisende aus den betreffenden derzeitigen Corona-Hotspots. Grundlage dafür sei das Infektionsschutzgesetz, so Althusmann. Er sprach von der schwersten Krise in Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs: "Dessen sind wir uns manchmal aufgrund des schönen Wetters und der stark zurückgegangenen Infektionszahlen nicht bewusst. Aber wir haben immer wieder Hotspots. Insofern müssen wir entsprechend konsequent den Schutz der Bevölkerung durchsetzen."

Anordnungen der Behörden sollen respektiert werden

Zugleich warnte Althusmann auf NDR Info vor möglichen negativen Folgen für die Tourismusregionen in Niedersachsen: "Stellen Sie sich vor, auf einer Nordsee-Insel ist ein starker Corona-Ausbruch. Dann kommt das gesamte touristische Leben dort zum Erliegen. Und dies zu verhindern, erfordert vorsorgliche Maßnahmen."

Der Minister appellierte an jede Einzelne und jeden Einzelnen, zu prüfen, ob eine Urlaubsreise verantwortbar ist oder nicht. Und dann sollten die Menschen auch die Anordnungen der Behörden respektieren. "Wir müssen dafür sorgen, dass sich das Corona-Virus nicht leichtfertig verbreitet, wir müssen weiterhin vorsichtig bleiben", sagte Althusmann.

Kostenerstattung offenbar unklar

Ob die Urlauber die Kosten für eine bereits gebuchte Reise erstattet bekommen, wird vor Ort mit den einzelnen Reiseveranstaltern geklärt werden müssen, so der Minister. Er setze aber darauf, dass die hohen Buchungszahlen an der Nord- und Ostseeküste dafür sorgen, dass auch Lücken bei den Veranstaltern schnell geschlossen werden könnten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 25.06.2020 | 07:20 Uhr

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