Ein Mastschwein steht in seinem Stall. © picture alliance/Andreas Arnold/dpa Foto: Andreas Arnold

Afrikanische Schweinepest: Landwirte fürchten Preisverfall

Stand: 16.07.2021 13:57 Uhr

Die Afrikanische Schweinepest ist erstmals bei Hausschweinen in Deutschland aufgetreten. Auch wenn es in Niedersachsen noch keinen Ausbruch gibt, wachsen die Sorgen der Landwirte vor den Folgen.

"Wir machen uns große Sorgen", sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums. Die Märkte seien offen, und niedersächsisches Fleisch werde in alle Richtungen exportiert - es sei extrem wichtig, dass das so bleibt. Dass die Afrikanische Schweinepest nun erstmals nicht nur bei Wildschweinen, sondern in Betrieben aufgetreten ist, mache die Sache nicht leichter, so die Sprecherin. Mehr als ein Drittel aller deutschen Schweine (37 Prozent) stehen in niedersächsischen Ställen. Mit zehn Millionen Tieren gibt es hierzulande mehr Schweine als Menschen (rund acht Millionen).

Schweinehalter fordern Solidarität von Handel und Industrie

Zudem machen sich die Bauern Sorgen, dass die Fleischpreise weiter sinken könnten. Schon jetzt gebe es einen Verlust von bis zu 40 Euro pro Tier, sagte Torsten Staack, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands in Damme (Landkreis Vechta). Die Schweinehalter erwarten nun von der Fleischwirtschaft, vom Handel und der Gastronomie, die Auszahlungspreise nicht noch weiter zu senken. Nach den ersten Nachweisen der Seuche bei Wildschweinen im vergangenen September waren die Schweinefleischpreise eingebrochen.

Niedersachsen wappnet sich für möglichen Ausbruch

Niedersachsen will unterdessen eine Spezialfirma aus Großenkneten beauftragen, bei einem möglichen Schweinepest-Ausbruch schnell einzugreifen. Diese Firma soll zum Beispiel infizierte Wildschweine suchen und abtransportieren und rund um den Infektionsherd Zäune aufstellen. Für Schweinehalter gilt besondere Vorsicht: Viehhändler oder Futtermittellieferanten müssen besonders auf die Hygiene achten, wenn sie Betriebe betreten. Für Menschen ist das Virus ungefährlich.

Zwei Betriebe in Brandenburg von Ausbruch betroffen

Die jetzt positiv auf die Seuche getesteten Tiere stammen aus zwei Betrieben in Brandenburg. Beide liegen in bereits bestehenden Sperrzonen entlang der Grenze zu Polen und wurden schon geräumt, sagte Staack von der Interessengemeinschaft der Schweinehalter.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.07.2021 | 12:00 Uhr

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