Das Kloster Marienwerder mit Kräutergarten. © picture-alliance/OKAPIA KG, Germany/Ernst Schacke Foto: Ernst Schacke

Äbtissin und Klosterkammer einigen sich vor Arbeitsgericht

Stand: 18.02.2021 20:52 Uhr

Mit einem Paukenschlag ging das vergangene Jahr im Kloster Marienwerder zu Ende: Zwei Tage vor Silvester wurde die Äbtissin Rosemarie Meding fristlos entlassen. Sie war zuvor acht Jahre im Amt.

"Schwerwiegende Gründe" hätten zum Rauswurf der 61-jährigen geführt, hieß es von der Klosterkammer. Eine präzisere Erklärung wurde auch am Donnerstag vor dem Arbeitsgericht Hannover nicht öffentlich. Bereits im Vorfeld des Gerichtstermins hatten sich beide Seiten auf einen Kompromiss geeinigt, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet.

Nutzung der Wohnung bis zum Sommer - mit Einschränkungen

Nach Angaben eines Gerichtssprechers endet das Arbeitsverhältnis der 61-Jährigen nun am 30. Juni, offiziell aus gesundheitlichen Gründen. Außerdem tritt Rosemarie Meding sofort von ihrem Amt zurück und verzichtet auf alle Rechte, die ihr zugestanden hätten. Dafür darf sie ihre Wohnung im Kloster Marienwerder bis zum Sommer nutzen, allerdings eingeschränkt. Der Zugang zum Haupthaus bleibt ihr weiterhin verwehrt - direkt nach ihrem Rauswurf hatte die Klosterkammer die Zugangscodes geändert. Meding erhält darüber hinaus ein wohlwollendes Arbeitszeugnis.

Seit 2012 Äbtissin im Kloster Marienwerder

Meding hatte im April 2012 im Alter von 52 Jahren als neue Äbtissin die Leitung im Kloster Marienwerder übernommen. Sie war zuvor zwölf Jahre als Oberin im Diakonissen-Mutterhaus Rotenburg/Wümme tätig gewesen. Das Kloster Marienwerder wurde 1196 gegründet. Die Klosterkirche ist das älteste Gotteshaus der Landeshauptstadt.

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Das Kloster Marienwerder mit Kräutergarten. © picture-alliance/OKAPIA KG, Germany/Ernst Schacke Foto: Ernst Schacke

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Was ist die Klosterkammer?

  • Die Klosterkammer wurde 1818 vom welfischen Prinzregenten Georg von Hannover, dem späteren britischen König Georg IV. gegründet. Sie ist eine der ältesten und traditionsreichsten Landesbehörden in Niedersachsen. Ihre Vorläuferorganisation entstand im 16. Jahrhundert. Sie ist eine Sonderbehörde im Geschäftsbereich des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und verwaltet ehemals kirchlichen Besitz. Dazu gehören vor allem Grundstücke. Die Klosterkammer unterhält aber auch Kirchen und Klöster. Außerdem verwaltet sie als Stiftungsorgan vier selbstständige öffentlich-rechtliche Stiftungen. Desweiteren unterhält und fördert sie kirchliche, soziale und schulische Projekte.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 19.02.2021 | 06:30 Uhr

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