40.000 Dosen: Corona-Impfungen beginnen am 27. Dezember

Stand: 19.12.2020 17:30 Uhr

Ende Dezember erwartet Niedersachsen die erste Impfstoff-Lieferung. Zunächst sollen Menschen in Pflegeeinrichtungen immunisiert werden. Das Land rechnet zum Start mit etwa 40.000 Impfdosen.

"Wahrscheinlich werden wir zunächst 20.000 Personen impfen können. Mittel- und langfristig entscheidend wird aber sein, dass wir jede Woche kontinuierlich Impfstoffe bekommen", sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Sonnabend. Gerade zu Beginn gehe man von sehr wenigen Impfdosen aus.

Reimann: Besonders gefährdete Personen zuerst

Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) hatte zuvor angekündigt, dass mit den Impfungen begonnen werden soll, sobald die ersten Lieferungen eines Impfstoffs in Niedersachsen eintreffen. Zunächst sollen die besonders gefährdeten Personen und Beschäftigte im Gesundheitswesen geimpft werden, so Reimann. Läuft alles nach Plan, beginnen die Impfungen in Deutschland am 27. Dezember. Wer zuerst gegen das Coronavirus geimpft wird, regelt eine Rechtsverordnung, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag unterzeichnet hat.

Landkreise organisieren mobile Impfteams

Welche Dienste in die Pflegeeinrichtungen in Niedersachsen kommen, um die Bewohnerinnen und Bewohner zu impfen, organisieren nach Angaben des Gesundheitsministeriums die Landkreise. Die 50 Impfzentren im Land sollen zu einem späteren Zeitpunkt die Arbeit aufnehmen - ein genaues Datum wurde zunächst nicht genannt. Organisatorisch sind die Zentren nach Angaben des Niedersächsischen Städtetages bereits betriebsbereit.

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Rahmenvertrag für Arbeit in Impfzentren

Für die Schutzimpfungen in den Impfzentren hat sich das Land unterdessen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) auf einen Rahmenvertrag geeinigt. Er sieht vor, dass die eingesetzten Mediziner mit pauschal 150 Euro pro Stunde vergütet werden. Das berichtet die HAZ. Auch die Haftungsfragen wurden geklärt: So wird bei eventuellen Impfschäden die Staatshaftung greifen. Damit sei nun eine weitere Hürde genommen, sagte Reimann. Bislang hätten fast 2.400 Ärztinnen und Ärzte ihr Interesse an einem Einsatz bekundet, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Deren Kontaktdaten würden nun an die Impfzentren der Landkreise weitergeleitet, die dann Dienstpläne abstimmen sollen. Die vertragliche Einigung zwischen Land und KVN etwa zur Vergütung der Ärzte sei das Fundament für die Inbetriebnahme und ermögliche weitere Entscheidungen vor Ort, sagte der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Städtetages, Jan Arning.

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Impfgruppen nach Alter und Risiko eingeteilt

Das bundesweit geltende Impfkonzept sieht vor, dass zuerst alle Menschen, die älter als 80 Jahre sind, geimpft werden sowie das Personal und die Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeheimen. Auch Gesundheitspersonal mit sehr hohem Infektionsrisiko, etwa in Intensivstationen, Notaufnahmen und Rettungsdiensten gehört zur ersten Gruppe. Sind in dieser Gruppe alle geimpft, die das möchten, kommt die zweite Gruppe zum Zug. Dazu gehören Menschen, die älter als 70 Jahre sind und unter anderem Menschen mit Demenz oder einer geistigen Behinderung.

Bund sichert mehr Corona-Impfdosen für Deutschland

Zur dritten Gruppe gehören Menschen, die älter als 60 Jahre sind sowie Menschen mit Erkrankungen wie Krebs oder Diabetes. Auch Polizei, Feuerwehr, Mitarbeiter im Lebensmitteleinzelhandel, Erzieherinnen und Lehrkräfte werden der dritten Gruppe zugeordnet. Im ersten Quartal rechnet das Bundesgesundheitsministerium mit 11 bis 13 Millionen Impfdosen für ganz Deutschland. Am Sonnabend wurde bekannt, dass der Bund sich insgesamt mehr Impfdosen gesichert hat. Aus einer EU-weiten Bestellung kommen nun 55,8 Millionen statt zunächst vorgesehener 40 Millionen Dosen. Dies bestätigte das Bundesgesundheitsministerium in Berlin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.12.2020 | 19:00 Uhr

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