Stand: 12.06.2018 11:53 Uhr

Cebit-Thema Künstliche Intelligenz: Top oder Flop?

Was kann er, was Menschen nicht können? Auf alle Fälle reicht "ARMAR 6" - zu sehen in Halle 27 an Stand G52 - Werkzeuge an und lernt dank KI fleissig dazu.

Es ist einer der ganz großen Technologie-Trends: Selbstlernende Maschinen und Künstliche Intelligenz (KI) werden viele Lebensbereiche in bisher wohl nie da gewesenem Umfang verändern und haben in Form von Sprach- und Bilderkennungssystemen bereits damit begonnen. Und auf der Cebit 2018 sind schon weitere mögliche Anwendungen zu sehen: KI-Netzwerke, die Ärzte dabei unterstützen, durch den Abgleich mit riesigen Datenmengen und die permanente Aneignung neuer Erkenntnisse die Diagnose von Krankheiten zu beschleunigen. Intelligente, mit KI vernetzte Schulbücher, die verstehen, wie einzelne Schüler am besten lernen und welche Impulse sie brauchen.

Tim Berendonk © NDR

Künstliche Intelligenz: Wie sieht die Zukunft aus?

Die Forschung zur künstlichen Intelligenz hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht. Sie könnte unser Leben revolutionieren, birgt aber auch Gefahren.

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Roboter kann Werkzeuge reichen

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zeigt in Halle 27 den humanoiden Roboter "ARMAR 6", der dem KIT zufolge nur durch Beobachtung neue Fähigkeiten erwerben kann. Highlight des grün-weißen Helferleins: Er kann erkennen, welche Werkzeuge seine menschlichen Kollegen in Lager- und Fabrikhallen benötigen und diese dann passend anreichen. Dafür hat "ARMAR" fünf Kameras im Kopf und Lasersensoren an Bord. Seine Erfinder sind stolz darauf, dass er "mit ausgestrecktem Arm" zehn Kilo heben und trotz seiner Kräfte gefahrlos mit Menschen zusammenarbeiten kann. Aber vor allem seine Lernfähigkeit ist es, die ihn von bisherigen Industrie-Robotern unterscheidet.

IT-Jurist warnt vor menschlichem Versagen

Hans-Hermann Dirksen, Jurist aus Frankfurt und Fachmann für IT-Recht, ist eher zurückhaltend, was den aktuellen Stand der Maschinen-Intelligenz angeht: "Viele Roboter oder Systeme mit Künstlicher Intelligenz tun bislang vor allem das, was man ihnen einprogrammiert hat", sagt der 48-Jährige im Gespräch mit NDR.de. Sie seien eher dienstbare Geister mit Teilautomatisierung. Heberoboter etwa, die beim Transport von Patienten helfen oder Roboter, die Essen ausfahren. Dabei können Dirksen zufolge auch scheinbar einfache Tätigkeiten gefährlich werden: 2015 gab es einen dramatischen Fall in Baunatal, wo ein Roboter in einem VW-Werk einen Arbeiter an die Wand gedrückt und getötet hat. Die anschließende Untersuchung hat ergeben, dass ein menschlicher Kollege den Roboter zum falschen Zeitpunkt aktiviert hatte, und der hat dann das gemacht, wofür er eben programmiert war. "Menschliches Versagen lässt sich niemals ganz ausschließen", sagt Dirksen.

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Facebook-Roboter erfinden eigene Sprache

Doch KI-Systeme sollen künftig immer eigenständiger agieren können und ständig dazulernen. Das ist schließlich die Idee der Technologie. Dass dabei nicht immer alles so läuft, wie Menschen es sich gedacht haben, zeigt ein weiteres Beispiel: Facebook etwa hat zwei Roboter programmiert, die sich eigentlich nur gegenseitig etwas verkaufen und dafür eine gerechte Struktur finden sollten. Doch im Verlauf des im Frühjahr 2017 durchgeführten Experiments stellten die Programmierer fest, dass die Roboter eine Sprache entwickelt hatten, die Menschen nicht mehr verstehen konnten. Der Versuch wurde daraufhin abgebrochen - zumindest meldeten das einige Medien. Facebook selbst teilte mit, solche Entwicklungen passierten häufiger bei KI-Experimenten und seien durchaus gewollt.

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"Deutschland sollte Vorreiter bei KI werden"

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Schmidhuber: Deutschland sollte KI-Forschung anführen

Jürgen Schmidhuber, deutscher KI-Forscher aus München und derzeit Direktor eines der weltweit renommiertesten Forschungszentren, dem "IDSIA" in Lugano, schreckt ein solcher Vorgang nicht. Er sieht im Gespräch mit NDR.de vor allem die Chancen: "Deutschland kann diese Entwicklung weiter maßgeblich beeinflussen und sich an die Spitze der KI-Forschung stellen." Schmidhuber schlägt vor, zwei Milliarden Euro in eine nationales Forschungszentrum zu investieren und so Forscher aus aller Welt anzuziehen: "Man sollte einfach diese unglaubliche Chance nicht vermasseln", sagt er. Wer mehr zu dem Thema hören und sehen will, kann sich auf der Cebit unter anderem in Halle 27 auf vielen Ständen informieren und am Mittwoch dort viele Vorträge besuchen. Neben Jürgen Schmidhuber werden dann unter anderem Vertreter von Facebook, IBM, Intel und Microsoft sprechen.

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