Stand: 18.10.2014 00:00 Uhr  | Archiv

Wie schnell ist meine Internetverbindung?

von Jennifer Lange, NDR Info Wirtschaftsredaktion

Wie schnell ist eigentlich die Datenübertragung auf meinem Handy? Bekomme ich das, was mir mein Mobilfunkanbieter verspricht? NDR Info und die "Süddeutsche Zeitung" hatten Anfang des Jahres Hörer und Leser dazu aufgerufen, einen Geschwindigkeitstest zu machen. Rund 65.000 Messungen sind zusammengekommen.

Auf Platz eins landet bei der Auswertung der Messungen die Telekom - mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von rund 7,8 Mbit/s. Auf Platz zwei liegt Konzerntochter Congstar, gefolgt von Vodafone, E-Plus und O2. Das Schlusslicht bildet Medion Mobile. "Die Maximalgeschwindigkeit, die beworben wird, wird nicht erreicht", sagt Studienleiter Christoph Sudhues - bei keinem der vier Anbieter. Jeder zweite Nutzer erreicht nur etwa 40 Prozent der versprochenen Datenübertragungsrate.

Das bestätigt auch Michael Wolf von der Stiftung Warentest: "Solche maximalen Downloadraten, mit denen die Netzbetreiber viel werben, die sollte man nicht zu wörtlich nehmen, gerade LTE-Netze werden teilweise mit wahnwitzigen Bandbreiten mit 100 Mbit/s beworben. Das sind technische Maximalwerte, die in der Praxis kaum erreichbar sind."

Telekom-Netz am besten ausgebaut

Der Test zeigt auch: Die Netzabdeckung in Deutschland ist schlechter als gedacht. Die meisten Nutzer surfen nach wie vor im 3G-Netz, also etwa über den UMTS-Standard. Die neueste und schnellste Technologie, LTE, nutzen laut Studie nur rund 20 Prozent der Tester. Die meisten von ihnen im Telekom-Netz, das derzeit am besten ausgebaut ist. Nach Angaben der Europäischen Kommission müssten jedoch mehr als 80 Prozent der Deutschen LTE nutzen können.

Neben dem Netzausbau spielt aber auch das eigene Handy eine Rolle, sagt Sudhues: "Es sind viele Smartphones im Markt, die gar nicht diese hohen Bandbreiten unterstützen. Auch das ist wiederum nicht so löblich von den Anbietern. Sie müssten eigentlich beim Verkauf eines Tarifs immer darauf hinweisen, mit welchen Smartphones diese Geschwindigkeiten auch erreicht werden können."

Bandbreiten vor allem auf dem Land noch stark ausbaufähig

Auf dem Land surften 30 Prozent der Tester sogar noch mit 2G-Geschwindigkeiten. Das reicht kaum, um Fotos zu übertragen. Aber auch in Großstädten kam jeder zwölfte nur auf diese niedrige Geschwindigkeit. Der Anbieter E-Plus hängt bei den hohen Geschwindigkeiten, also bis 100 Mbit/s, derzeit am weitesten hinterher. "Realistischer Weise kann man davon ausgehen, dass 5 bis 20 Mbit/s erreicht werden sollten", sagt Nick Kriegeskotte vom Branchenverband Bitcom.

Teure Verträge, die hohe Geschwindigkeiten versprechen, lohnen sich für die meisten Nutzer daher nicht, sagt Studienleiter Sudhues: "Wenn sie jetzt einen LTE-Tarif kaufen und nutzen ihn in der Stadt, zum Beispiel Hamburg, da können sie die Technologie wunderbar nutzen. Wenn sie jetzt aber rausfahren an die Küste und sie haben da nur 3G, dann haben sie zwar einen LTE-Tarif und zahlen dafür, können es aber mitunter gar nicht nutzen." Vor Vertragsabschluss sollten sich Verbraucher also genau beim Anbieter informieren, welche Technologie in ihrer Region verbreitet ist.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 18.10.2014 | 06:20 Uhr

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