Stand: 20.02.2017 12:13 Uhr  | Archiv

Was war in Schweden, Mr. President?

von Helene Heise, NDR.de und Nils Kinkel, NDR Info

Donald Trump hat es wieder getan: Am Samstagabend sprach der neue US-Präsident auf einer Veranstaltung in Florida über terroristische Bedrohungen im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise in Europa. Er zählte die Anschläge in Frankreich, Belgien, Deutschland und "gestern Abend in Schweden" als Beispiele auf.

"Schweden? Was war denn am Freitagabend in Schweden?", fragte sich das Netz.

#LastNightinSweden

Unter dem Hashtag #LastNightInSweden stellten Nutzer und Medien einige Vermutungen an, was da wohl passiert sein könnte - oder auch nicht. Carl Bildt, der frühere Außenminister von Schweden, fragte: "Schweden? Terrorangriff? Was hat er geraucht?"

Die schwedische Zeitung "Aftonbladet" veröffentlichte unter der Überschrift "This happened in Sweden Friday night, Mr President" eine Liste mit den Ereignissen des fraglichen Abends:

"18.42 Uhr: Sänger Owe Thörnqvist hat technische Probleme bei den Proben für das Melodifestivalen (dem schwedischen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest).

20.46 Uhr: Schlechtes Wetter sorgt im Norden Schwedens für die Sperrung der E10 zwischen Katterjåkk und Riksgränsen. Wegen starkem Wind und Schnee gibt die Polizei außerdem eine Lawinenwarnung für die Region aus.

00.17 Uhr: Nach einer Verfolgungsjagd nimmt die Polizei einen alkoholisierten Fahrer in der Stadtmitte von Stockholm fest. Der Mann konnte nur gestoppt werden, indem die Polizei seinen Wagen rammte. Er wird nun wegen Alkohol am Steuer, Bruch der Verkehrsregeln und Autodiebstahl beschuldigt."

Solidarität mit Schweden - warum auch immer

Die deutsche Satire-Sendung Extra 3 twitterte ein schlichtes "Je suis whatever happened in Sweden" - in ironischer Anlehnung an die breite Solidaritätsbewegung nach den Attentaten von Brüssel, Paris und Nizza, die unter den Hashtags #JesuisParis, #JesuisBruxelles und #JesuisNice ihren Ausdruck gefunden hatte.

Astrid-Lindgren-Figuren mussten als Kronzeugen für die Zustände in Schweden herhalten.

Auch Bilder von verzweifelten Menschen beim Aufbau von IKEA-Möbeln, Bilder mit verwirrten Elchen oder Eisbären und viele andere lustige Anspielungen machten die Runde.

Was der amerikanische Präsident mit seinen Worten gemeint haben könnte, wollte daraufhin das schwedische Außenministerium wissen. Inzwischen hat Trump aufgeklärt, dass er sich auf eine Doku über Flüchtlinge in Schweden bezogen habe, die am Vorabend auf Fox News gelaufen sei.

Natürlich verschickte er die Erklärung per Twitter.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Netzwelt | 20.02.2017 | 15:38 Uhr

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