Stand: 10.03.2015 06:00 Uhr

Tablet-Schulungen gegen die Zeitungskrise

Die Zeitungsverlage im Norden kämpfen mit sinkenden Auflagen, die Leser mit diffuser Kaufunlust am Kiosk. Kann der Sprung in die digitale Verbreitung der Zeitungsinhalte da eine Lösung sein?

VIDEO: Tablet-Schulungen gegen die Zeitungskrise (5 Min)

Vorteile für alle Beteiligten?

Die Vorteile für die Verlage liegen auf der Hand: Keine hohen Druck- und Papierkosten mehr, kein Aufwand bei der umständlichen Zeitungszustellung bis  ins letzte Haus im kleinsten Dorf, die Nachrichten vom nächsten Tag sind digital schon am Vorabend beim Kunden.

Ein Mann sitzt am Tisch und blickt auf ein Tablet. © NDR
Auch beim Frühstück kann man die Zeitung auf dem Tablet lesen.

Die Vorteile für die Leser sind eigentlich auch überzeugend: Die Tageszeitung ist überall da verfügbar, wo es Internet zum Herunterladen gibt, kein großformatiges Umblättern in der U-Bahn mehr, keine schwarzen Finger beim Lesen, kein umständliches Nachsenden-Lassen-Müssen in den Urlaub. Und billiger ist das E-Paper-Abo - ohne die Tabletkosten - oft auch noch.

Schulungen für die technisch weniger Versierten

Ein Tablet-PC liegt auf einem Zeitungsstapel. © dpa picture alliance
Ersetzt die Zeitung aus Papier: ein Tablet-PC.

Was aber, wenn die - meist älteren Leser - die lesefreundlichen Tablet-Computer noch gar nicht bedienen können? Viele norddeutsche Zeitungsverlage bieten schon länger sogenannte "Bundle"-Angebote an, also Tablet plus digitales Zeitungsabo für ein oder zwei Jahre. Kostenpunkt: So um die 40 Euro im Monat.

Und beim Start obendrauf gibt es oft auch kostenlose Schulungen im Wischen, Tippen, Aufziehen, Schieben und Drehen von Zeitungsartikeln und Fotos. Und ein wichtiger Schritt davor wird gleich mit erklärt: Wie geht diese neumodische schwarze Digital-Tafel eigentlich an und wie und wo lädt man sie wieder auf?

Experimentierfreudige Nordlichter

Der Haupteingang zur Druckerei der Kieler Nachrichten. © dpa Picture Alliance Foto: Christian Charisius
Hat im Zuge der Digitalisierung zukünftig wohl weniger zu tun: die Druckerei der "Kieler Nachrichten".

Die "Kieler Nachrichten" schulen so regelmäßig Neueinsteiger und Umsteiger im Zeitunglesen auf dem Tablet-Computer. Die digital experimentierfreudige "Osnabrücker Zeitung"  hat bislang schon über 22.000 Leser für ihre Digitalausgabe gewinnen können.

Für die Zeitungsjournalisten selbst ist das Ganze erst mal mit mehr Arbeit verbunden: Die Vorab-Ausgaben am Vorabend entstehen ja zusätzlich und parallel zur klassischen Ausgabe am Morgen. Bei der "Osnabrücker Zeitung" mussten dafür sogar mehr Redakteure abgestellt werden, die nun den neuen Digital-Markt besetzen sollen und oft schlicht noch ausprobieren, was auf dem Tablet so alles geht in Sachen Zeitungsjournalismus.

Dieses Thema im Programm:

ZAPP | 11.03.2015 | 23:15 Uhr

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