Stand: 16.05.2014 07:55 Uhr  | Archiv

Nachwuchspreis für Hamburger Games-Studenten

von Joachim Hagen, NDR Info
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Der schusselige Knabe mit Kapuze (rechts) muss einen Zaubergegenstand wieder zusammensetzen.

Mit Scherben zum Erfolg: Die Hamburger Spiele-Entwickler haben mit ihrem Spiel "Scherbenwerk" die Jury des Deutschen Computerspielpreises überzeugt - sie gewannen in der Kategorie "Bestes Nachwuchs-Konzept". Der Preis ist vergleichbar mit einem Oscar der deutschen Computerspiel-Industrie. Die Studierenden der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg erhalten neben der Auszeichnung 35.000 Euro Preisgeld. Auch ein anderes Hamburger Unternehmen bringt einen Preis nach Hause: THREAKS GmbH wurde für das Spiel "Beatbuddy" in der Kategorie "Bestes Jugendspiel" ausgezeichnet.

In "Scherbenwerk" trottet ein kleiner Junge mit einer großen Kapuze durch die Nacht. "Kester hat Probleme mit seinem Vater. Er ist ein bisschen schusselig und verhält sich nicht so elegant wie ein richtiger Held", erzählt Clemens Kügler, einer der Zeichner der Spielfigur.

Weitere Informationen

Die Oscars für die besten Games sind vergeben (BR.de)

Branchenverbände und das Bundesministerium für Digitale Infrastruktur die besten Computerspiele des Jahres ausgezeichnet. extern

Den schusseligen Jungen mit Familienstress haben fünf Studenten der Hochschule für angewandte Wissenschaft in Hamburg geschaffen. Zwei Jahre haben Kügler und seine Mitstudenten an dem Computerspiel gearbeitet. Ganz zufrieden ist der Zeicher noch nicht. "Wenn der Charakter über den Boden geht, dann gleitet er mehr. Auch die Sprünge könnten noch dynamischer oder natürlicher sein. Das sind Sachen, die man noch verbessern könnte." 

Düsteres Papiertheater

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Wer kann Kester in der düsteren Papierwelt helfen?

Kester gleitet und springt durch eine Fantasy-Welt. Die Häuser und Figuren sehen aus, als wären sie aus Pappe - wie die düsteren Kulissen eines Papiertheaters.

Das Spiel beginnt mit einem Missgeschick: Kester zerbricht aus Versehen eine Scheibe mit magischen Kräften. Um diese Miniatur wieder zusammen zu setzen, muss der Spieler verschiedene Aufgaben erfüllen und Rätsel lösen.

"Kester kann mit den Leuten der Stadt reden, die Leute brauchen seine Hilfe und er erledigt dann Aufgaben für sie", erzählt Marc Victorin, der die Arbeit seiner Mitstudenten koordiniert hat. "Als Belohnung bekommt der Charakter dann Dinge, die er für andere Aufgaben braucht, oder Scherben der Miniatur, die er ganz am Anfang zerbrochen hat." Deshalb der Name "Scherbenwerk".

Nominiert mit Demo-Version

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Studentische Spielentwickler: Clemens Kügler, Michael Kluge, Vanessa Zeeb, Mathias Fischer, Marc Victorin (von links).

Ganz vollständig ist das Computerspiel noch nicht. Es ist eine Demo-Version. Das heißt: Die Welt, durch die sich Kester bewegt, ist fertig, der Handlungsablauf klar. Aber verschiedene Schwierigkeitsgrade für die Spieler gibt es noch nicht. Das würde noch eineinhalb Jahr dauern, schätzt Victorin. Aber schon jetzt sei der Erfolg überwältigend.

"Vor allem macht es einen unglaublich stolz, wenn man Leute spielen sieht", meint Victorin. "Wenn man dann Feedback bekommt und die Leute sagen: Das macht echt Spaß - wann kann ich es kaufen?"

Victorin und Kügler sind zwei von insgesamt 40 Studenten, die an der Hamburger Hochschule lernen, wie Computerspiele entworfen und programmiert werden. Der Bedarf an ausgebildeten Spiele-Entwicklern ist groß. Hamburg gilt als Hochburg der Computerspiel-Industrie in Deutschland. Hier haben viele große Spielehersteller ihren Sitz.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 15.05.2014 | 10:54 Uhr

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