Stand: 15.08.2016 15:38 Uhr  | Archiv

Känguru-Kuriere fordern besseren Lohn

Deliveroo-Fahrer in London (Januar 2016) © Picture Alliance Foto: Nick Ansell
Flexible Arbeitszeiten, eigenes Fahrrad und Smartphone bitte mitbringen: Jobben als Fahrer bei Deliveroo.

Normalerweise flitzen sie auf Fahrrädern oder Motorrollern durch den Verkehr und liefern Essen aus. Jetzt machen sie lautstark ihrem Ärger Luft: In London streiken die Fahrer der Online-Lieferdienstes Deliveroo.

Das Känguru-Logo von Deliveroo und die Fahrer seines Konkurrenten Foodora sind seit 2015 auch in deutschen Großstädten im Stadtbild zu sehen. Beide bieten kein eigenes Essen an, sondern nur eine Online-Plattform und eine App. Über diese können Kunden Essen auch bei Restaurants bestellen, die keinen eigenen Lieferdienst anbieten. Dort wird es dann von einem Fahrer abgeholt. Die Abrechnung läuft über die Plattform.

Die Lieferfahrer müssen ihr eigenes Fahrzeug benutzen und auch ein Smartphone mit Daten-Flatrate mitbringen. Viel können sie dabei nicht verdienen, während die Lieferdienste ihr rasantes Wachstum mit Risikokapital finanzieren. Das ist eine Kehrseite der Sharing Economy, die Kritiker seit langem auch an Unternehmen wie den Taxi-Konkurrenten Uber und MyTaxi kritisieren.

Deliveroo: Streit um Mindestverdienst

Nach Angaben der streikenden Deliveroo-Fahrer in London wollte das Unternehmen sie künftig nur noch pro Auslieferung bezahlen - ohne garantierten Mindestverdienst. Einige Fahrer, die nicht einverstanden waren, seien entlassen worden. Die Streikenden fordern jetzt einen höheren Stundenlohn und werben dafür mit Protestaktionen vor Restaurants und der Deliveroo-Firmenzentrale. "Wir hören uns die Sorgen von jedem gerne an", versprach Deliveroos Großbritannien-Chef Dan Warne den protestierenden Beschäftigten, wurde aber ausgebuht.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Netzwelt | 15.08.2016 | 15:38 Uhr

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