Stand: 02.04.2014 20:40 Uhr  | Archiv

Löwenstedter sorgen für schnelles Internet

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Jeder, der schnelles Internet möchte, zahlt mindestens 1.000 Euro ein und wird somit zum Miteigentümer des Glasfasernetzes.

Von 0,4 auf 50 Megabit - seit Dienstag hat das kleine Löwenstedt (Kreis Nordfriesland) schnelles Internet. Der Ort zwischen Flensburg und Husum gehört nun sogar zu den digital bestversorgten Orten Deutschlands. Möglich wurde das nur, weil sich Dorfbewohner und Unternehmer in der Region zusammengetan haben und ein bundesweit einzigartiges Projekt auf die Beine gestellt haben: das Bürgerbreitbandnetz.

Jeder zahlt mindestens 1.000 Euro

Das Projekt funktioniert nach einem relativ einfachem Modell: Jeder, der schnelles Internet möchte, zahlt mindestens 1.000 Euro ein und wird somit zum Miteigentümer des Glasfasernetzes. Das schnelle Internet nur in Löwenstedt kostet etwa 900.000 Euro, Zuschüsse fließen nicht. Weil die Gesellschaft nicht auf Gewinne aus ist, kann das Glasfasernetz trotzdem flächendeckend ausgebaut werden, so die Idee. Und die scheint bisher zu funktionieren. Seit der Gründung der Bürgerbreitbandgesellschaft im Februar 2012 haben sich 180 von 200 Haushalten beteiligt. Das ist eine Anschlussquote von 90 Prozent.

Bis zu 100 Megabit

Die Tiefbaukosten blieben im Rahmen, weil gleichzeitig Fernwärme verlegt wurde. Jetzt liegt Glasfaser mit ungeteilter Bandbreite von bis zu 100 Megabit bis zu jedem Gebäude, egal wie abgelegen es ist. Üblicherweise müssen beim Internetausbau derzeit Kupferkabel für die letzten Meter herhalten, auf denen die Bandbreite sinkt. Für Löwenstedts Bürgermeister Holger Jensen war das aber keine Option: "Die Höfe im Außenbereich würden dann ja nie versorgt werden", sagte er.

Banken zögern mit Kreditvergabe

Die Gesellschaft hat noch große Ziele: Bis 2020 sollen auch die Nachbargemeinden mit dem schnellen Internet versorgt sein. Aber: Die Investition refinanziert sich erst in 20 Jahren. Deshalb haben viele Bürger, die sich an dem Projekt beteiligen wollen, ein Problem: Die Banken zögern mit der Kreditvergabe. Landesbürgschaften könnten eine Lösung sein und sind nun im Gespräch. Solange bleibt unklar, welche der 58 verbleibenden Gemeinden nach dem Start der Pilotgemeinde Löwenstedt als nächstes an die Reihe kommt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 02.04.2014 | 15:00 Uhr

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