Stand: 28.09.2016 09:24 Uhr  | Archiv

Klingbeil: Facebook verspielt Vertrauen

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Lars Klingbeil ist der Ansicht, dass sich Facebook mit seinem Vorgehen vor allem selbst schadet.

Hamburgs Datenschutzbeauftragter Johannes Caspar hat Facebook untersagt, Informationen von deutschen WhatsApp-Nutzern zu erheben und zu speichern. Unterstützung bei diesem Vorgehen bekommt er unter anderem vom netzpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion: Lars Klingbeil sagte auf NDR Info, er glaube, dass Caspar mit seiner Entscheidung Recht behalten werde. Noch bei der Übernahme von WhatsApp vor zwei Jahren hätte Facebook zugesagt, dass Daten nicht übertragen werden, sagte Klingbeil: "Wir sehen jetzt, dass der Konzern sich nicht daran hält." Das sorge für Verstimmung gegen Facebook. Europa sei gerade dabei, den Druck auf das Unternehmen zu erhöhen.

"Europa erhöht den Druck"

Der aus dem niedersächsischen Munster stammende Klingbeil kündigte auch an, es werde in Europa bald einheitliche Standards im Datenschutzrecht geben. Das Europa-Parlament habe die Datenschutzgrundverordnung verabschiedet. In den kommenden zwei Jahren trete die Verordnung in Kraft. Dann gelte auch in Deutschland, dass Nutzer erst einwilligen müssten, wenn Unternehmen dort mit ihren Daten arbeiten wollen. Das hätten die Nutzer von WhatsApp nicht getan. Von den Politikern in Europa würden nicht nur rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen. Auch die Sanktionsmöglichkeiten seien erhöht worden. So würden bei Verstößen Strafzahlungen fällig.

"Facebook schadet sich selbst"

Viele Nutzer würden nach Klingbeils Einschätzung einwilligen, dass ihre Daten weiterverarbeitet werden. Es ginge ja um spannende Geschäftsmodelle und neue Dienste, die man nutzen könne. "Wenn Facebook aber verspricht, wir werden diese Daten nicht nutzen und das nachher doch macht, dann schadet sich das Unternehmen vor allem selbst." Er könne, so Klingbeil, nur an die Vernunft von Facebook appellieren, mit den Daten der Nutzer vernünftig umzugehen. Facebooks Geschäftsmodell basiere auf Vertrauen. Das gehe bei einem solchen Umgang verloren.

Neue Regeln gelten seit Ende August

Nach Ansicht des Hamburger Datenschützers Caspar hat Facebook weder das Recht noch die Einwilligungen der Nutzer, Informationen von deutschen WhatsApp-Nutzern zu erheben und zu speichern. Seit Ende August gelten beim Messenger WhatsApp die neuen Regeln für die Nutzer. Demnach werden die Handynummer und alle Nummern aus dem Telefonbuch an Facebook weitergegeben. Unabhängig davon, ob der Nutzer auch in dem Netzwerk aktiv ist.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 28.09.2016 | 06:20 Uhr

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