Stand: 09.12.2015 15:04 Uhr  - NDR Info  | Archiv

Klimawandel durch die Virtual-Reality-Brille

Eine Frau trägt eine sogenannte Virtual-Reality-Brille und schaut sich dadurch einen Film an. © NDR/Tobias Jobke Foto: Tobias Jobke
Mittendrin im Projekt "Great Green Wall" per Virtual-Reality-Brille.

Der Klimagipfel in Paris geht in die Endphase. Ein Ergebnis - sprich: eine Vereinbarung - gibt es aber noch nicht zu sehen. Um die Sorgen afrikanischer Länder zu verstehen, würde ein Blick durch eine neue Brille helfen - mit virtueller Realität. In Paris sorgt auf diese Weise der Film "Growing a world Wonder" über ein gigantisches Klimaschutzprojekt in Afrika für Begeisterung.

"Wir bauen eine grüne Mauer." Binta, ein kleines afrikanisches Mädchen, führt den Betrachter durch sein Dorf im Senegal, an der Hand den alten Großvater. Es zeigt den Zuschauern Vorher und Nachher: Vorher war nur Wüste und Ödnis, die Mutter musste stundenlang zum Brunnen laufen, um Wasser zu holen. Dann wurden vor acht Jahren Bäume im Dorf angepflanzt. Schatten ist entstanden, und ein Marktplatz.

Der Virtual-Reality-Film bei YouTube
Screenshot aus dem Film "Growing a World Wonder" © Growing a World Wonder/Screenshot

Growing a World Wonder

In dem Virtual-Reality-Film "Growing a World Wonder" erzählt ein kleines Mädchen aus dem Senegal, wie die Menschen in Afrika die Zukunft der Erde selbst in die Hand nehmen. extern

Projekt steht kurz vor der Vollendung

Das grüne Weltwunder ist ein grüner Waldgürtel an der südlichen Grenze der Sahel-Zone, der die Ausbreitung der Dürre verhindern soll. Mehr als 500 Kilometer sind allein bisher im Senegal bepflanzt worden, insgesamt in allen zehn angrenzenden afrikanischen Staaten 8.000 Kilometer. Das "Great-Green-Wall"-Projekt steht kurz vor der Vollendung - und ist mit über drei Milliarden US-Dollar aus Töpfen der Weltbank, der afrikanischen Entwicklungsbank und der EU bezahlt worden.

"Das muss allen zugänglich gemacht werden"

Ein Mann trägt eine sogenannte Virtual-Reality-Brille und schaut sich dadurch einen Film an. © NDR/Tobias Jobke Foto: Tobias Jobke
Beim Klimagipfel in Paris sind die Reaktionen auf das Virtual-Reality-Filmerlebnis allesamt sehr positiv.

Die Besucher auf der Klimakonferenz in Paris, die die virtuelle Brille aufsetzen, sind begeistert. Die gesamten vier Minuten des Films tauchen sie in Bintas Welt ein. Von außen sieht das witzig aus: Die Menschen recken die Köpfe mal nach oben, mal nach unten und zu den Seiten, um auch alles mitzubekommen. Das Fazit danach fällt durchweg positiv aus: "Ich mochte es sehr. Ich habe eine lange Zeit meiner Karriere in Umweltprojekten verbracht, das ist wirklich ein toller Ansatz." "Das ist die neue Technologie, auf die wir alle Hoffnung setzen." "Das muss allen zugänglich gemacht werden, um diese Erfahrung zu machen." So oder ähnlich lauten die Reaktionen auf den Blick durch die virtuelle Brille.

Ein Stück Afrika erhaschen

Die Vereinten Nationen wollen in Zukunft verstärkt auf diese Art von Filmen setzen. "Es ist fantastisch. Es ist schwierig für Menschen, die es selbst nicht erlebt haben, zu begreifen, was Klimawandel und was Verödung von Land und die Entstehung von Wüsten überhaupt bedeutet. Du kannst es wirklich nicht sehen, bis Du Dir selbst ein Bild machen kannst", sagt Louise Baker von dem zuständigen UN-Programm. Mit der virtuellen Brille ist das nun für jeden möglich. Um ein Stück Afrika zu erhaschen, nutzen auf dem Klimagipfel viele Menschen die Gelegenheit, sich den Film anzusehen.

Links
Nina Zimmermann interviewt Teilnehmer der Klimakonferenz in Paris und schaut hinter die Kulissen. © Nina Zimmermann Foto: Screenshot

Das Paris-Protokoll

Wie hart wird um die Klimaziele gerungen? Wer hat welche Interessen? NDR Info, N-JOY und das NDR Fernsehen begleiten die Politiker und Entscheider in Paris beim Klimagipfel. Zum Paris-Protokoll. extern

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 10.12.2015 | 08:08 Uhr

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