Stand: 02.12.2016 09:24 Uhr  | Archiv

Hackerangriff: Schartner fordert besseren Schutz

Götz Schartner, IT-Experte, sitzenend an dessen Schreibtisch. © Quadriga Communication GmbH Foto: Quadriga Communication GmbH
Der IT-Experte Götz Schartner rät zu zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen.

In den vergangenen Tagen hatte ein Hackerangriff zeitweise rund 900.000 Router von Kunden der Deutschen Telekom abstürzen lassen. Zahlreiche Betroffene waren deshalb vom Internet abgeschnitten. Der Vorfall bei der Telekom hat erneut eine Debatte über Vorsorgemaßnahmen gegen Hackerangriffe ausgelöst. Einzelpersonen könnten sich gegen das Ausspähen von persönlichen Daten nur bedingt schützen, sagte der Profi-Hacker und IT-Experte Götz Schartner auf NDR Info. Allerdings sieht er große Unternehmen in der Bringschuld, ihre Kunden so gut es geht vor Angriffen zu schützen.

Auch das Aktualisieren der Software und eine professionelle Anti-Viren-Software könne keinen hundertprozentigen Schutz garantieren, sagte Schartner auf NDR Info. Am besten sei, die gesamte Software auf dem Rechner sowie das Betriebssystem immer so aktuell wie möglich zu halten. Manche Programme seien besonders anfällig für Viren und Trojaner, wie zum Beispiel der Adobe Flash Player. Wenn nicht unbedingt benötigt, sollten solche Programme deinstalliert oder geschlossen werden.

Online-Banking sicherer machen

Für Online-Banking gebe es in Deutschland sehr viele gute zusätzliche Sicherheitsfunktionen. Man könne zum Beispiel einen extra TAN-Generator verwenden. "Wenn ich dann immer darauf achte, an wen das Geld geht, das ich überweise, dann ist Online-Banking sicher", sagte Schartner. Wenn dann etwas schiefgehen sollte, sei die Bank in der Haftung.

Es sei allerdings schwierig, einen Identitätsdiebstahl festzustellen. "Es gibt zum Beispiel den kommerziellen Internetdienst Schufa-Ident, der dabei helfen könnte", so der IT-Experte. Meistens merke man den Schaden aber erst, wenn er eingetreten ist. Anti-Viren-Software gebe es auf sogenannten Boot-CDs. Damit könne man seinen Computer besonders gründlich auf Schadsoftware untersuchen.

Unternehmen in der Pflicht

Leider würden große Unternehmen wie die Telekom ihre Kunden nicht ausreichend schützen. "Die aktuelle Hacking-Attacke lief nur so glimpflich ab, weil die Angreifer Fehler gemacht haben", sagte Schartner. Die Sicherheitslücke, die ausgenutzt werden sollte, sei schon lange bekannt gewesen. "Als Anbieter hätte man sich vorher darum kümmern müssen, nicht erst danach."

Weitere Informationen
Ein Frau tippt auf ihr Smartphone, auf dem ein Telekom-Logo zu sehen ist. © dpa-Bildfunk Foto: Oliver Berg, dpa

Telekom wurde Opfer eines IT-Angriffs

Die massiven Störungen bei der Telekom gehen nach Einschätzung des Bundesamtes für IT-Sicherheit auf eine gezielte Attacke zurück. Mehr bei tagesschau.de. extern

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 02.12.2016 | 06:20 Uhr

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