Stand: 28.03.2018 14:29 Uhr Archiv

Facebook: Erste Unternehmen wenden sich ab

von Alexander Drost, NDR Info Wirtschaftsredaktion
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Für einige Unternehmen ist Facebook nach dem Datenklau als Werbeträger unattraktiv geworden.

Als Reaktion auf den Datenskandal um Facebook kehren erste Unternehmen dem weltgrößten Online-Netzwerk den Rücken. Auch in Norddeutschland reagieren einige Firmen verschnupft. Doch vieles deutet auf reines Säbelrasseln hin.

Die Internetbrowser-Firma Mozilla, der Lautsprecherhersteller Sonos und die Commerzbank haben ihre Werbung bei Facebook bereits eingestellt. Andere reagierten noch konsequenter: Sie löschten ihre Facebook-Accounts komplett - allen voran die beiden US-Unternehmen SpaceX und Tesla.

Alles nur Werbung?

Das Onlineportal Vitabook aus Hamburg teilte am Dienstag mit, dass es seinen Account ebenfalls gelöscht habe. Dafür hat das Portal, das übrigens online Gesundheits- und Patientendaten sammelt, einen kostenpflichtigen Presseverteiler eingekauft. Wohl auch, damit die Nachricht möglichst viele Menschen erreicht.

Thilo Rieg, Marketing-Direktor bei Weischer-Media glaubt, dass die öffentlichen Facebook-Boykotte reine Effekthascherei sind: "Wer hier so schnell reagiert hat, der hat das bestimmt auch wegen der Presseresonanz gemacht. Und das hat prima funktioniert - siehe Commerzbank und Tesla."

Rieg glaubt, dass die Firmen in wenigen Wochen wieder bei Facebook in Erscheinung treten werden: "Die Unternehmen wollen Werbung machen. Bei Facebook bekommen sie die Zielgruppe so serviert, wie sie sie brauchen. Deswegen sage ich, dass die ganz schnell wieder dabei sein werden."

Facebook unverzichtbar für Unternehmen?

Immerhin hat Facebook 1,2 Milliarden Nutzer pro Tag - und damit jede Menge potenzieller Kunden. Wie wertvoll das Netzwerk für Unternehmen sein kann, sagte Viktor Dik vom Naturkosmetikhersteller Brooklyn Soap Company auf der Messe Online-Marketing-Rockstars am vergangenen Wochenende: "Ohne Facebook würde es uns als Produkt wahrscheinlich geben, aber unsere Kunden nicht. Und damit würde es uns früher oder später als Unternehmen nicht geben."

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Wirtschaft | 28.03.2018 | 07:41 Uhr