Stand: 09.09.2015 10:54 Uhr  | Archiv

Abzocke per App

von Philipp Eckstein, NDR Info Wirtschaftsredaktion
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Jeder Handybesitzer kann eine kostenlose Drittanbietersperre von seinem Netzbetreiber einfordern.

Für Verbraucherschützern ist es ein bekanntes Problem dubioser Apps: Ein falscher Klick und schon hat der Smartphone- oder Tablet-Nutzer ein teures Abo abgeschlossen. Die Gefahr sei sehr groß, sagt Karin Itzen von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Sie sei in ihrer Arbeit täglich damit konfrontiert: "Die Verbraucher kommen dann mit ihren überhöhten Telefonrechnungen zu uns und können sich in den meisten Fällen nicht vorstellen, wie es zu diesen Forderungen kommen kann und was dahinter steckt." Tatsächlich sind meist Firmen dafür verantwortlich, die als ihre Dienste als sogenannte Drittanbieter über den normalen Telefonanbieter abrechnen.

Nutzer hat kaum eine Chance

Denn bewusst haben sich die verärgerten Nutzer natürlich nicht für ein kostenpflichtiges Abo - etwa zu angeblichen Spieleneuheiten - entschieden: "Also auf keinen Fall kann man hier sagen, dass die Dummheit des Smartphone-Nutzers eine Rolle spielt", betont Arleen Becker, Juristin bei der Verbraucherzentrale Sachsen: "Es kann wirklich bei der normalen Nutzung passieren. Man will ein Spiel oder eine Wetter-App aufrufen und plötzlich ist eine Werbung eingeblendet."

ID-Nummer wird an Betrüger übermittelt

Und zwar genau dort, wo man mit dem Daumen gerade noch Funktionen der App bedient hat. Ein Klick und schon baut sich im Hintergrund eine sogenannte WAP-Verbindung auf. Dabei übermittelt das Smartphone dem Betrüger eine Nummer, die das Telefon identifiziert und die dann für die Abrechnung genutzt wird. Betroffenen bleibt dann nur noch die Möglichkeit bei ihrem Telefon-Anbieter Widerspruch einzulegen.

Schutz durch Drittanbieter-Sperre

Links

Verbraucherzentrale NRW

Hier wird erklärt, wie WAP-Billing funktioinert und wie sich ein Handy dagegen sperren lässt. extern

Wer sich - oder seine Kinder - generell vor solchen Fallen schützen möchte, kann bei seinem Telefon-Anbieter kostenlos eine sogenannte Drittanbieter-Sperre beantragen. Der Nachteil dabei ist, dass Kunden dann mit ihrem Smartphone auch nicht mehr für legitime Angebote zahlen können, die ebenfalls WAP-Billing einsetzen - beispielsweise für Tickets im örtlichen Nahverkehr.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Netzwelt | 10.09.2015 | 07:41 Uhr

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