Ein Arzt zieht eine spritze mit einem Impfstoff aus einem medizinischem Fläschchen auf. © imago images/Bihlmayerfotografie

Gesundheit: Wahlprogramme der Parteien zur Landtagswahl 2021

Stand: 25.08.2021 12:39 Uhr

Die Schwierigkeiten der medizinischen Versorgung in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern beschäftigt alle Parteien in ihren Wahlprogrammen zur Landtagswahl. Von besserer Unterstützung bei der Praxisgründung auf dem Land bis zum Masterplan Gesundheitswirtschaft – es gibt unterschiedliche Ideen, wie es mit der Gesundheitsversorgung im Land weitergehen sollte.

SPD

Die SPD will einen Masterplan Gesundheitswirtschaft 2030 entwickeln. Dabei geht es den Sozialdemokraten um eine gute spezialisierte Versorgung, die sowohl ambulante als auch stationäre Angeboten für alle Altersgruppen beinhaltet.  Für die Geburtshilfe will die Partei ein langfristig tragfähiges Versorgungskonzept entwickeln. Im Gesundheitsbereich setzt die SPD außerdem auf die Telemedizin, diese Angebote sollen ausgebaut werden. Die Sozialdemokraten wollen den öffentlichen Gesundheitsdienst weiter stärken. Die Krankenhausstandorte gelten für die SPD als Versorgungsanker für die Bevölkerung. Der Öffentliche Gesundheitsdienst soll weiter gestärkt werden. Die SPD macht sich für bessere Löhne und gute Arbeitsbedingungen in der Pflege stark.

AfD

Die AfD bezeichnet die Gesundheitsbranche als einen wichtigen Faktor der Wirtschaft, aber auch als wichtige Daseinsvorsorge. Für die AfD darf es keine weiteren Schließungen von Kinder- oder Frühchenstationen geben. Die Partei fordert, dass es für Ärzte attraktiver werden muss, sich auf dem Land niederzulassen. Dabei müsse es Stipendien und auch kreative Lösungen geben. Auch Gemeindeschwestern und telemedizinische Angebote müssen in die medizinische Versorgung mit einbezogen werden. Die AfD fordert, dass Rettungshubschrauberstaffeln von den Krankenkassen bezahlt werden. Die Partei will ein Landespflegegeld einführen.

CDU

Die CDU will die Krankenhausstandorte im Land erhalten. Die Partei setzt darauf, dass Angebote der Telemedizin ausgebaut werden. Das Landarztgesetz und die Stipendien für Medizinstudenten will die Union weiterentwickeln, um langfristig den Bedarf an Medizinern im Land abzusichern. Dabei kann sie sich auch eine Förderung privater Hochschulen im Gesundheitsbereich vorstellen. Die CDU will die Pflege- und Heilberufe reformieren, in diesem Berufen  soll bessere Löhne und Arbeitsbedingungen geben.

LINKE

In der Gesundheitspolitik will die Linke die Mitbestimmung von Versicherten und Patienten stärken und der Prävention Vorrang einräumen. Einen Schwerpunkt legt sie auf die Kindergesundheit. Sie fordert eine neuartige Versorgungsplanung, die sektorübergreifend funktioniert. Das Land soll dabei in Versorgungsregionen strukturiert werden. Krankenhäuser gehören für die Linke möglichst in öffentliche Hand, der öffentliche Gesundheitsdienst soll gestärkt werden. Die Partei will außerdem eine Hochschule für neue Gesundheitsberufe gründen. Sie fordert auch ein neues Abrechnungssystem in der medizinischen Versorgung. Die Geburtshilfe soll gesichert, Hebammen gefördert werden. Die Linke fordert deutlich bessere Arbeits- und Rahmenbedingungen in der Pflege und eine nachhaltige Pflegepersonalbedarfsplanung.

GRÜNE

Die Grünen wollen die öffentliche medizinische Infrastruktur stärken und ausbauen. Berufe in der Gesundheitsbranche sollen nach dem Willen der Partei attraktiver bezahlt und gesellschaftlich aufgewertet werden. Kleine Krankenhäuser will die Partei erhalten und im Sinne einer besseren wohnortnahen Versorgung weiterentwickeln. Auch die Grünen setzen auf telemedizinische Angebote zur Versorung der Menschen. Die Sie werben außerdem für  Pilotprojekte zu rollenden Arztpraxen und digitalen Sprechstunden. Um dem Ärztemangel entgegenzuwirken, fordert die Partei, die Zahl der Medizinstudenten an beiden Universitäten um 25 Prozent zu erhöhen und Stipendien zu vergeben. Die Grünen wollen Alterswohngemeinschaften in kommunaler Hand fördern. In der Geburtshilfe fordern die Grünen einen runden Tisch.

FDP

Die FDP hält fest, dass für sie die freien Berufe das Fundament im Bereich Gesundheit bilden. Die Liberalen wollen die Gebührenordnung reformieren und die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranbringen. Unnötige Bürokratie muss abgebaut werden, Projekte zur Telemedizin sollen unterstützt werden. Im ländlichen Raum soll die Praxisgründung erleichtert werden. Auch die Medizin-Studienkapazitäten will die Partei erhöhen. Die FDP setzt sich für ein Stipendien-System ein, die Liberalen wollen dabei Landeskinder gezielt fördern. Um die medizinische Versorgung abzusichern, plädieren die Libralen für integrierte Gesundheitszentren. Dabei sollen regionale Besonderheiten stärker berücksichtigt werden. Außerdem will die FDP bei der Abrechnung in Krankenhäusern eine separate Kalkulation von kinderrelevanten Fallpauschalen, um die permanente Unterfinanzierung der Kinderabteilungen zu verbessern.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Der Tag | 25.08.2021 | 17:00 Uhr

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