Der Schiffsmotoren-Hersteller Caterpillar in Rostock-Warnemünde. © picture-alliance Foto: Jens Büttner

IG Metall: Zukunft des Caterpillar-Standortes Rostock ungewiss

Stand: 09.07.2021 16:27 Uhr

Das US-amerikanische Unternehmen Caterpillar, das neben Baumaschinen auch Motoren herstellt, will an seinen deutschen und chinesischen Standorten keine Motoren mehr bauen. Von der Entscheidung sind in Rostock 130 Beschäftigte betroffen.

Das Unternehmen hat angekündigt, künftig Motoren nur noch zu warten, aber keine neuen mehr bauen. Die Zukunft des Standortes Rostock sei damit ungewiss, sagte Fritz Kutzer vom IG Metall-Bezirk Schwerin/Rostock NDR 1 Radio MV. Eine offizielle Stellungnahme von Caterpillar fehle aber. "Wissen tun wir faktisch nichts, sondern es sind Gerüchte über Standortschließungen und Ausgliederungen des Motorengeschäftes. Von der Betriebsleitung erwarten wir Daten und Fakten, um mit den Betriebsräten vor Ort die Strategie für die Zukunft entwickeln zu können."

Mitarbeiter per Videobotschaft informiert

Mit einer betriebsinternen Videobotschaft waren die Mitarbeiter am Mittwoch informiert worden. Auch wenn sie Corona-bedingt noch in Kurzarbeit sind, ist die Verunsicherung groß, so Kutzer. Das Unternehmen habe vorab auch nicht mit den Betriebsräten gesprochen, obwohl das einem solchen Fall vorgeschrieben sei, sagte Kutzer weiter. Auf Nachfrage von NDR MV teilte der Konzern mit, er halte die unternehmerische Entscheidung für richtig und werde jetzt mit den Beschäftigten und den Betriebsräten ins Gespräch kommen.

Eine der Ursachen ist Corona-Pandemie

Caterpillar hatte zuletzt auf Dieselmotoren gesetzt. Der Schiffbau verlangt aber künftig alternative Kraftstoffe wie Wasserstoff oder LNG. Ein weiteres Problem ist die Krise bei den Kreuzfahrtschiffen durch die Pandemie. Dadurch sind viele geplante Schiffsneubauten storniert worden. Auf Anfrage teilte das Unternehmen mit, die Umstrukturierung solle bis Ende 2022 laufen.

IHK sieht Gefahr für Industriearbeitsplätze

Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Rostock, Thorsten Ries, sieht eine Gefahr für die Industriearbeitsplätze. Er wolle auch mit dem Wirtschaftsministerium reden, was getan werden müsse, um gegebenenfalls den Fortbestand des Standortes zu ermöglichen. Aus dem Wirtschaftsministerium heißt es auf Anfrage, man sei mit dem Unternehmen im Gespräch und habe bisher keine Schließungssignale für den Standort in Warnemünde erhalten.

Mitarbeiter derzeit in Kurzarbeit

Caterpillar siedelte sich vor gut 20 Jahren in Rostock an. Das Land hatte seinerzeit eigens eine Halle für das Unternehmen gekauft, um die Ansiedlung in trockene Tücher zu bringen. Der Kaufpreis damals betrug rund elf Millionen Euro, er soll deutlich über dem tatsächlichen Wert gelegen haben, hieß es. Seitdem wird die Halle an Caterpillar verpachtet. Derzeit sind zahlreiche Mitarbeiter Corona-bedingt in Kurzarbeit.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.07.2021 | 12:00 Uhr

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