Stand: 04.07.2020 11:38 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Zwei Razzien gegen mutmaßliche Rechtsextremisten

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Beamte des Spezialeinsatzkommandos durchsuchten mehrere Wohnungen in Waren. (Symbolbild)

Bei zwei Razzien gegen mutmaßliche Rechtsextremisten sind Wohnungen in Dömitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) und Waren (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) durchsucht worden. Die Ermittlungen am Freitag in Dömitz richteten sich gegen die Organisation "Freie Kräfte Prignitz". Der Polizei hätten Hinweise vorgelegen, dass sieben Männer im Alter zwischen 32 und 40 Jahren einen Brandanschlag mit einem Molotow-Cocktail auf eine Moschee im brandenburgischen Wittenberge (Landkreis Prignitz) planten, sagte ein Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums. Außerdem soll die Neonazi-Gruppe Angriffe auf Geschäfte geplant haben, die von Inhabern mit Migrationshintergrund geführt werden.

Waffen und Computer beschlagnahmt

Bei den Durchsuchungen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern wurden demnach Hieb- und Stichwaffen, Munition, verschiedene Nazidevotionalien, Propagandamaterial der Gruppierung sowie Computer und Datenträger beschlagnahmt. Es gab allerdings keine Festnahmen. Allein in Brandenburg waren nach Angaben der Polizei mehr als 120 Beamte beteiligt, darunter Spezialeinsatzkräfte, Staatsschützer und Bereitschaftspolizisten.

Verbindungen zu Ex-Bundeswehrsoldat

Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ließ unterdessen in Waren sowie in fünf Orten in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen Wohnungen von insgesamt sechs Verdächtigen durchsuchen. Es wurden Waffen und Munition beschlagnahmt. Erst nach einer kriminaltechnischen Untersuchung kann nach Angaben der Polizei deren Echtheit sowie deren strafrechtliche Relevanz abschließend beurteilt werden. Die Beschuldigten wurden vernommen, ließen sich aber nicht zu den Tatvorwürfen ein. Die Ermittlungen stünden im Zusammenhang mit einem Ex-Reservisten der Bundeswehr, bei dem eine Liste mit Namen und Adressen von 17 Politikern gefunden worden waren. Die Verdächtigen sollen Kontakt zu dem 50 Jahre alten ehemaligen Unteroffizier haben. Die Bundeswehr hatte den Mann vor einer Woche wegen der Liste und wegen zweier Chats mit Rechtsextremisten entlassen.

Caffier: Deutliches Zeichen gesetzt

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) bezeichnete die Durchsuchungen als ein "deutliches Länder übergreifendes Signal zur Bekämpfung des Rechtsextremismus". Der Fall zeige, dass Bundes- und Landesbehörden alles unternähmen, um rechtsextreme Strukturen zu erkennen, aufzudecken und zu verfolgen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 03.07.2020 | 18:00 Uhr

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