Stand: 03.01.2018 07:40 Uhr

Zukunftspakt soll Wirtschaft voranbringen

Für die deutsche Wirtschaft wird 2018 wohl wieder ein Erfolgsjahr: Mehr Aufträge, mehr Investitionen und mehr Beschäftigung - all das bedeutet am Ende wohl auch mehr Gewinn. Die Wirtschaft in Deutschland brummt, Experten rechnen auch in diesem Jahr mit mehr Wachstum und unterm Strich auch mit mehr Beschäftigung.

Eine Grafik zeigt die Umfrageergebnisse zur voraussichtlichen Beschäftigungsentwicklung.

Wirtschaft: Bleibt MV abgehängt?

Nordmagazin -

Für ganz Deutschland rechnen Experten mit einer boomenden Wirtschaft. Auch in MV ist man optimistisch, aber die Arbeitgeber befürchten: Das Land verliere endgültig den Anschluss.

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Die Vereinigung der Unternehmensverbände in Mecklenburg-Vorpommern (VUMV) hat eine interne Umfrage zu den Erwartungen der Wirtschaft für das Jahr 2018 veröffentlicht. Dieser Ausblick fällt unterm Strich zwar recht gut aus. Aber: die Arbeitgeber stimmen nicht in die allgemeinen Freudengesänge ein. Arbeitgeber-Präsident Thomas Lambusch ist selbst Chef eines großen Elektrotechnik-Unternehmens in Rostock. Er weiß: Die Geschäfte der Betriebe im Land laufen im Schnitt gut - und die meisten erwarten das laut Umfrage auch für 2018 - aber: "Markant ist, dass diese Erwartung nicht Schritt halten kann mit dem großen Optimismus der deutschen Wirtschaft insgesamt. 69 Prozent der deutschen Unternehmen erwarten höhere Umsätze, fast zehn Prozent über dem Vorjahresniveau. In Mecklenburg-Vorpommern ist es deutlich niedriger."

MV: Deutlich zurückhaltendere Erwartungen

Der Anteil liegt demnach jetzt nur noch bei 34 Prozent - mehr als 30 Punkte unter dem bundesdeutschen Schnitt. Als Grund macht die Vereinigung der Unternehmensverbände zwei Dinge aus: Mecklenburg-Vorpommern hat zu wenig Industrie und damit zu wenig Unternehmen, die vom Exportboom profitieren. Und: der Fachkräfte-Mangel bremst das Wachstum. Das Fazit von Arbeitgeberpräsident Thomas Lambusch: "Die Stimmung ist hier nicht mehr wie in den Vorjahren besser als im Deutschlandtrend. Sondern zurückhaltender. Mecklenburg-Vorpommern läuft damit Gefahr, den Anschluss an die Gesamtentwicklung in Deutschland zu verlieren."

Arbeitgeber bringen Zukunftspakt ins Spiel

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Mit ihrem Zukunftspakt wollen die Arbeitgeber im Land die Industrie voranbringen und den Fachkräfte-Mangel bekämpfen.

Und deshalb fordern die Arbeitgeber ein Gegensteuern - sie schlagen einen Zukunftspakt MV vor, der soll das - wie sie sagen - bürokratische und wenig effektive Bündnis für Arbeit ersetzen. Die Arbeitgeber wollen mehr Anstrengungen bei der Ausbildung von Fachkräften, Berufsschulen beispielsweise müssten viel fitter werden im Umgang mit digitaler Technik, insgesamt müsse das Breitband-Netz deutlicher schneller ausgebaut werden. Es brauche zudem eine neue Standortoffensive für mehr Industrie im Land - die sehe er bisher nicht, so Jens Matschenz, Geschäftsführer der VUMV: "Was wir jetzt erreichen wollen, im Zukunftspakt, ist eigentlich ein Schub nach vorne. Die jetzige Konjunktur zeigt ganz deutlich, dass der Abstand Mecklenburg-Vorpommerns zur Gesamtwirtschaft in Deutschland zunimmt. (...) Wir haben also einen Aufholprozess, den wir nicht so erfolgreich bewältigt haben, wie wir ihn bräuchten."

Konzept Zukunftspakt bald der Ministerpräsidentin vorstellen

Die Arbeitgeber wollen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) jetzt schnell ihr Konzept für den Zukunftspakt vorstellen - vorbesprochen sei das nicht, auch nicht mit den Gewerkschaften. Man habe einen Stein ins Wasser werfen wollen. Arbeitgeber-Präsident Thomas Lambusch ist zuversichtlich: Schwesig habe der Wirtschaft zugehört und auch sie wolle mehr Industrie-Jobs in Mecklenburg-Vorpommern. Unterdessen hält Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) 2018 ein Wirtschaftswachstum von bis zu zwei Prozent für möglich. Chancen sieht er vor allem im Bereich der Automobilzulieferer sowie im Luft- und Raumfahrtsektor.

Regierung reagiert zurückhaltend

Die Landesregierung reagierte zurückhaltend auf den Vorschlag der Wirtschaft. Regierungssprecher Andreas Timm (SPD) erklärte, man werde über diese Vorschläge sprechen. Die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Gewerkschaften sei der Landesregierung sehr wichtig. Es sei völlig normal, nach fast 20 Jahren Bündnis für Arbeit darüber nachzudenken, wie man das schlagkräftiger und zeitgemäßer gestalten könne. Am Ende müssten sich aber alle Beteiligten auf ein gemeinsames Konzept einigen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 03.01.2018 | 07:00 Uhr

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