Stand: 26.02.2019 09:42 Uhr

Noch immer fehlt Wasser in den Seen von MV

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Zwar hat sich die Lage an der Müritz seit dem Sommer 2018 entspannt, dennoch beeinträchtigt der Wasserstand die Schifffahrt nach wie vor. (Archivbild)

Nach dem trockenen Sommer 2018 haben die Niederschläge aus dem Herbst und dem Winter bisher nicht ausgereicht, um die Wasserstände in den Binnengewässern Mecklenburg-Vorpommerns wieder aufzufüllen. Die Dürre im vergangenen Sommer hatte die Pegelstände in den Seen, Flüssen und Kanälen auf Rekord-Tiefs sinken lassen. Zwar sind die Wasserstände in den vergangenen Wochen wieder leicht gestiegen, dennoch bleiben sie - Behördenangaben zufolge - nach wie vor zu niedrig für diese Jahreszeit.

Boote kommen nicht ins Freiwasser

An der Müritz zum Beispiel stand das Wasser im Februar vergangenen Jahres 40 Zentimeter höher. Am Malchower Recken und am Petersdorfer See (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) dürfen derzeit nur Boote mit einem Tiefgang von bis zu 1,20 Meter gefahren werden. Im Normalfall ist ein Tiefgang von bis zu 1,40 Meter zulässig. An den meisten Messpunkten der Müritz ist das auch noch der Fall. Zahlreiche Bootsbesitzer kommen wegen des Niedrigwassers allerdings nicht mit ihren Booten aus den ufernahen Liegeplätzen.

Niedrigwasser problematisch auch für Fische

Für Fischarten, die die Gräben und Bäche hinaufsteigen, um sich in den Binnengewässern zu paaren und ihre Eier abzulegen, ist der Wassermangel ein echtes Problem. Der Aufstieg über die eigens für sie errichteten Fischtreppen ist für sie bei Niedrigwasser nahezu unmöglich. Entlang des Wallensteingrabens zwischen der Ostsee in Wismar und dem Schweriner See beispielsweise haben bisher lediglich ein Fünftel der fortpflanzungswilligen Fische die beschwerliche Laichwanderung geschafft. Auch im Schweriner See selbst ist der Wasserstand sehr niedrig.

Wasserdefizit wohl nicht mehr auszugleichen

"Wir schätzen die Lage in unserem Verein schwierig - sogar teilweise dramatisch - ein", sagt Rene Krause vom Angelsportverein "Kamerun" in Waren an der Müritz. Es müsse Unmengen regnen, um das derzeitige Wasserdefizit wieder aufzufüllen, so Krause im Gespräch mit NDR 1 Radio MV. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt geht nicht davon aus, dass es bis Ende März deutlich besser wird. Der Mangel an Niederschlägen könne bis dahin nicht mehr ausgeglichen werden, heißt es.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.02.2019 | 08:00 Uhr

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