Stand: 13.12.2017 16:53 Uhr

Wittenburg: Outlet-Center darf gebaut werden

Alpincenter Wittenburg © Alpincenter Wittenburg
In Wittenburg an der A 24 könnte schon bald Mecklenburg-Vorpommerns erstes großes Outlet-Center entstehen. (Archivbild)

Nach knapp zwei Jahren steht es nun fest: Mecklenburg-Vorpommerns erstes großes Outlet-Center - "Das Wittenburg-Village" - darf gebaut werden. Das hat das Infrastrukturministerium in Schwerin nun trotz viel Gegenwindes entschieden. Investoren planen den Bau mit rund 12.600 Quadratmetern Verkaufsfläche nahe der Skihalle in Wittenburg (Landkreis Ludwigslust-Parchim). Durch den Ministeriumsentscheid kann die Stadt zeitnah einen Bebauungsplan aufzustellen. Schon in rund drei Jahren könnten 60 Geschäfte in den Bereichen Bekleidung, Schuhe und Sonstiges eröffnen, hieß es von der Wittenburg-Village GmbH.

Ministerium: Pro und Contra abgewogen

Das Projekt wurde lange geprüft, weil in der 6.000-Einwohner-Stadt Wittenburg ein so großes Einzelhandelszentrum laut Landesraumordnungsplan eigentlich nicht gebaut werden darf. Davon sei das Ministerium in diesem Fall abgewichen, nachdem alle Für- und Gegenargumente abgewogen worden seien, wie es weiter hieß. Die Gutachter bewerteten die Ansiedlung des Outlet-Centers als verträglich in der Region. Der Investor verpflichtete sich nach Ministeriumsangaben, Feriendorf, Spiel- und Sportanlagen und Anlagen für Outdoor-Aktivitäten sowie Schwimmbad binnen sechs Jahren nach Inkrafttreten des Bebauungsplans fertigzustellen. Für die Hotelerweiterung hat er maximal sieben Jahre Zeit. Außerdem muss er eine Tourismusinformation von mindestens 60 Quadratmetern einrichten, die er der Stadt kostenfrei überlassen muss.

71,6 Millionen-Euro-Investition mit 600 Arbeitsplätzen?

Die Investition sollen sich auf 71,6 Millionen Euro belaufen, 570 Arbeitsplätze sind geplant. Neben dem Outlet-Center soll auf insgesamt rund 35 Hektar Fläche außerdem ein Feriendorf mit Spiel- und Sportanlagen entstehen. Dazu zählt auch eine Schwimmhalle, die auch Einwohner und Vereinen aus der Region nutzen können sollen. Zudem ist geplant, dass bereits bestehende Hotel an der Skihalle auf bis zu 600 Betten zu erweitern. Auflage des Ministeriums ist, dass alle drei Punkte des "Wittenburg-Village" umgesetzt werden.

Einzelhändler kritisieren Vorhaben

Die Van der Falk-Gruppe, die Betreiber des Alpincenters, hatte stets darauf verwiesen, dass die Erweiterung nötig sei, um die Skihalle wirtschaftlich betreiben zu können. Mit der Investition direkt an der A 24 entstehe ein weiterer touristischer Leuchtturm in Westmecklenburg, hieß es aus dem Unternehmen. Allerdings gibt es auch Kritik: Einzelhändler in der Region Westmecklenburg rechnen mit Verlusten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 13.12.2017 | 12:00 Uhr

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