Trassierband einer Polizeiabsperrung © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner

Wismarer Wohnung von Terrorverdächtigem durchsucht

Stand: 14.12.2021 05:58 Uhr

Bei den Ermittlungen gegen einen 20-jährigen Terrorverdächtigen, der am Freitag in Hamburg festgenommen wurde, spielt auch Wismar eine Rolle. Der Deutsch-Marokkaner hat eine Wohnung in Wismar. Bei Durchsuchungen fanden Ermittler belastendes Material.

Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen den Verdächtigen aufgenommen. Ihm wird vorgeworfen, einen Anschlag geplant zu haben. Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und eines versuchten Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, wie ein Sprecher der Bundesanwaltschaft mitteilte. Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) hatte am Freitag mitgeteilt, dass die Polizei in Hamburg einen "offenbar geplanten islamistischen Anschlag" verhindert habe.Der Verdächtige, der seitdem in Untersuchungshaft sitzt, habe "zahlreiche Kontakte in die salafistisch-islamistische Szene", sagte Grote.

Unter anderem Wohnung in Wismar durchsucht

Bei Durchsuchungen seiner Wohnung in Wismar und der Wohnung seiner Eltern in Hamburg seien im August unter anderem Propagandavideos islamistischer Gruppen und Unterlagen zur Herstellung von Waffen beschlagnahmt worden, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Außerdem fanden die Ermittler heraus, dass der Beschuldigte auch eine auf seinen Cousin gemeldete Wohnung in Hamburg-Jenfeld nutzte. Dort wurden im November die Materialien entdeckt, die nach Polizeiangaben zum Bombenbau geeignet waren - je ein Kilogramm Schwefel und Kaliumnitrat, ein halbes Kilogramm Kohlepulver, mehrere hundert Schrauben und Muttern sowie Elektrodrähte. Wann der Sprengsatz möglicherweise hätte eingesetzt werden sollen, ist laut Grote unklar.

Der Verdächtige war im Herbst vergangenen Jahres nach Wismar gezogen. Dort nahm er an einem Studienkolleg teil. Diesen auf ein Studium vorbereitenden Kurs habe der 20-Jährige nicht bestanden.

Keine Hinweise auf auf möglichen Anschlagsort

Der junge Mann habe sich nach Auswertung sichergestellter Datenträger ausgiebig mit Waffen, Sprengstoff und Giften beschäftigt, heißt es von den Ermittlungsbehörden. Auch habe er sich mit Anschlagsplanungen, dem islamistischen Dschihad und dem Märtyrertod auseinandergesetzt. Aufmerksam sei man auf ihn geworden, als er Anfang des Jahres zur islamistischen Szene in einer Harburger Moschee Kontakt aufnahm. Die Behörden hätten Tipps aus dem islamistischen Umfeld erhalten. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, wann und wo der Beschuldigte den Anschlag mutmaßlich verüben wollte, hatte der Chef des Hamburger Landeskriminalamtes Mirko Streiber am Freitag gesagt. Auch gebe es keine Hinweise auf mögliche Mittäter.

 

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