Stand: 13.02.2020 12:10 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Wismar: Dekra-Gutachten zu Fahrradunfall liegt vor

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Als Zeichen der Anteilnahme und des Mitgefühls hatten die Wismarer zahlreiche Blumen und Kerzen an der Unfallstelle abgelegt. (Archivbild)

Rund drei Monate nach dem tragischen Fahrrad-Unfall mit einer Schülerin in Wismar liegt jetzt das Gutachten vor. Die 16-Jährige war auf dem Weg zur Schule in der Fußgängerzone von einem Lkw überfahren worden. Die Dekra hat den Unfall auf dem Boulevard nachgestellt. Das Mädchen kam mit dem Fahrrad aus einer Seitengasse, der Lkw-Fahrer von links, auf der Kreuzung stießen beide zusammen. Die 16-Jährige wurde seitlich von dem Lieferwagen erfasst und starb noch an der Unfallstelle. Der Lkw war laut Gutachten mit einer Geschwindigkeit von 14 km/h unterwegs. Erlaubt ist dort Schrittgeschwindigkeit, diese variiert je nach Gerichtsauffassung zwischen 7 und 15 km/h. Wie schnell das Mädchen war, ließ sich laut Gutachten nicht ermitteln. Aber: Wenn sie schneller als 15 km/h gefahren ist, hätte der Lkw-Fahrer keine Chance gehabt, der Unfall wäre dann nicht vermeidbar gewesen.

Gutachten zum tödlichen Fahrradunfall in Wismar

Nordmagazin -

Vor drei Monaten war eine 16-Jährige in einer Wismarer Fußgängerzone von einem Lkw erfasst worden. Laut einem Gutachten hat der Fahrer die Straße mit einer Geschwindigkeit von 14 km/h befahren.

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Kein Alkohol im Spiel - keine Vorfahrtsregeln

Der 60-jährige Lkw-Fahrer war zum Unfallzeitpunkt nüchtern, heißt es. Beide Fahrzeuge, also der Lkw und das Fahrrad, sind untersucht worden und waren technisch einwandfrei. Welchen Einfluss das Wetter an diesem Novembermorgen hatte, geht aus dem Gutachten nicht hervor. Es war sehr regnerisch, die Straße in der Fußgängerzone entsprechend nass. Das Thema Vorfahrt spielt laut Dekra an dieser Kreuzung keine Rolle, da rechts vor links in Fußgängerzonen nicht gilt.

Staatsanwaltschaft muss Gutachten prüfen

Die Staatsanwaltschaft wird nun das Gutachten prüfen und dann entscheiden, ob gegen den Mann weiter ermittelt wird. Es geht darum, ob er in irgendeiner Weise seine Sorgfaltspflicht verletzt hat. In der Wismarer Fußgängerzone ist Fahrradfahren grundsätzlich erlaubt, was nicht überall so ist. Lieferfahrzeuge dürfen nur zu einer bestimmten Zeit fahren. Für beide, ob Rad oder Auto, gilt: Schrittgeschwindigkeit.

Tödlicher Unfall in Wismarer Fußgängerzone

Die 16-Jährige war am Morgen des 4. November 2019 in der Wismarer Innenstadt mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Schule, als es zu dem tödlichen Unfall mit dem Lkw kam. Mehr als 20 Rettungskräfte waren im Einsatz, die Unfallstelle in der Fußgängerzone war stundenlang gesperrt. Als Zeichen der Anteilnahme und des Mitgefühls hatte die Wismarer zahlreiche Blumen und Kerzen an der Unfallstelle abgelegt. Für etwa 500 Angehörige und Trauernde hatte es zudem einen öffentlichen Gottesdienst gegeben, bei dem vor allem Schüler der beiden Wismarer Gymnasien anwesend waren - vornehmlich die der Großen Stadtschule, die die Verunglückte besucht hatte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 13.02.2020 | 13:00 Uhr

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