Das Gebäude der IHK Schwerin  Foto: Andreas Frost

Wirtschaft in MV pocht auf bessere Rahmenbedingungen

Stand: 28.06.2021 15:23 Uhr

Die Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Mecklenburg-Vorpommern verlangt von der künftigen Landesregierung bessere Rahmenbedingungen für die Wirtschaft - vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen. Auch die Handwerkskammern legten "Wahlprüfsteine" vor.

Mit einem 14-Punkte-Papier wollen die IHKs mit Blick auf die kommende Wahl im September auch die künftige Landesregierung in die Pflicht nehmen. Besonders wichtig sind dabei nach Angaben des Schweriner IHK-Präsidenten Matthias Belke eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur und der flächendeckende Ausbau des Breitband- und des Mobilfunknetzes. Nur dann könnten Unternehmen erfolgreich digitale Prozesse umsetzen und neue Geschäftsmodelle etablieren, so Belke.

Katalog mit 14 Forderungen vorgelegt

Die drei IHKs des Landes legten am Montag einen 14 Punkte umfassenden Katalog mit ihren wirtschaftspolitischen Forderungen zur Landtagswahl im September 2021 vor. Es müsse Aufgabe aller Ressorts der neuen Landesregierung sein, den Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern zu stärken. Gefordert werden die konsequente Umsetzung der regionalen Innovationsstrategie und ein verstärkter Transfer aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen in die Unternehmen. Außerdem: Bürokratie dagegen müsse abgebaut werden und Mecklenburg-Vorpommern müsse noch besser Werbung machen.

Öffnungen aufrecht erhalten

Ein wichtiger Standortvorteil sei es, dass das Land bereits mehr erneuerbare Energien produziere als es verbraucht. Die wirtschaftliche Lage sei durch die Pandemie noch immer angespannt, das Eigenkapital vieler Unternehmen aufgebraucht, viele Lieferketten gestört und die Einkaufspreise gestiegen. Die IHKs fordern deshalb kurzfristig auch alle bisher gegangenen Öffnungsschritte aufrecht zu erhalten.

Handwerkskammern: Azubi-Ticket erweitern

Unterdessen stellten auch die beiden Handwerkskammern in Mecklenburg-Vorpommern ihre Forderungen an die künftige Landesregierung vor. Zum Beispiel sollte die berufliche der akademischen Bildung gleichgestellt werden. Ein Weg dahin sei, die "Meisterkampagne" des Wirtschaftsministeriums fortzusetzen. Weiterhin sollte die Landesregierung landestypische und kulturprägende kleinere Handwerksbetriebe bei der Ausbildung finanziell unterstützen, um seltene Gewerke wie Keramiker oder Seiler nicht aussterben zu lassen, so die Kammerpräsidenten Axel Hochschild und Dirk Lange. Das landesweite Azubi-Ticket werteten sie als wichtigen Erfolg. Der Geltungsbereich müsse jedoch auf angrenzende Bundesländer ausgeweitet werden. Dann könnten es auch Auszubildende nutzen, deren Berufsschule nicht in Mecklenburg-Vorpommern liegt. Bei den Handwerkskammern sind nach eigenen Angaben 20.200 Betriebe registriert, die mehr als 112.000 Frauen und Männer beschäftigen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.06.2021 | 14:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Der neue CDU-Fraktionschef Franz-Robert Liskow © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner

Beratungen der neuen Fraktionen - Liskow CDU-Fraktionschef

Bei der CDU bilden Franz-Robert Liskow und Sebastian Ehlers die neue Fraktionsspitze. Bei der SPD ist erwartungsgemäß Thomas Krüger als Fraktionschef wiedergewählt worden. mehr