Das Gebäude der IHK Schwerin  Foto: Andreas Frost

Wirtschaft in MV: Sorgen wegen steigender Energiekosten

Stand: 20.10.2021 15:03 Uhr

Die Stimmung vieler Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern steigt wieder. Das ergaben die Konjunkturumfragen der Industrie- und Handelskammern (IHK) zu Schwerin und Neubrandenburg.

So stieg der Konjunkturklimaindex mit 125 im Osten des Landes bereits auf das Niveau von Ende 2019, in Schwerin wurden sogar 126,6 Punkte festgestellt. "Wir sind wieder auf dem Vor-Corona-Niveau vom Herbst 2019, das hat uns auch überrascht", sagte Neubrandenburgs Hauptgeschäftsführer Torsten Haasch am Mittwoch. Im Bereich der IHK Neubrandenburg beschreiben 97 Prozent der Firmen ihre aktuelle Lage als gut oder befriedigend. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie würden allmählich überwunden, so IHK-Hauptgeschäftsführer Torsten Haasch. Drei von vier Firmen sähen ihre Finanzlage auch unproblematisch. Im Osten blickten alle Branche positiv in die kommenden Monate.

"Schließungen wie im Vorjahr in jedem Fall vermeiden"

In Westmecklenburg bewertet die Hälfte der Unternehmen ihre derzeitige Lage als gut. Damit seien die Erwartungen vom Frühsommer übertroffen worden, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Siegbert Eisenach in Schwerin. Seinerzeit ging nicht einmal jedes vierte Unternehmen von einer Besserung seiner Geschäfte aus. "Die Wirtschaft erwartet von der Politik, dass Schließungen wie im Vorjahr in jedem Fall vermieden werden", benannte Eisenach die Erwartungen der Unternehmen mit Blick auf die Corona-Lage für den Winter. Die rund 24.000 Firmen hätten Hygienemaßnahmen und -konzepte für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Kunden und Mitarbeitern.

Sorgen wegen Fachkräftemangel und steigender Energie und Rohstoffpreise

Sowohl im Westen als auch im Osten des Landes blicken die Unternehmen jedoch nicht ohne Sorgen in die Zukunft. Ihnen macht nach wie vor der Fachkräftemangel zu schaffen. Auch die steigenden Energie- und Rohstoffpreise würden zunehmend zum Problem, hieß es. Haasch monierte die hohen Abgaben für den Staat. Dieser müsse seine Anteile deutlich reduzieren. So liege die Stromsteuer in Deutschland viermal höher als sie von der EU eigentlich vorgegeben werden. Dazu komme, dass Stromkosten im Nordosten wegen der hohen Netzentgelte noch höher als im Bundesschnitt liegen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.06.2021 | 15:00 Uhr

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