Eine Möve steht im Flachen Wasser der Brandung. © Nicole Zulage Foto: Nicole Zulage

Wildvögel infiziert: Vogelgrippe auch in Vorpommern-Greifswald

Stand: 12.11.2020 16:40 Uhr

Im Landkreis Vorpommern-Greifswald sind zwei mit dem Vogelgrippe-Erreger infizierte Wildvögel entdeckt worden. Geflügelhalter im gesamten Kreis wurden aufgefordert, ihre Tiere beim Veterinäramt anzuzeigen.

In Mecklenburg-Vorpommern ist ein zweiter Landkreis von der Vogelgrippe betroffen - nach Vorpommern-Rügen nun auch Vorpommern-Greifswald. Das geht aus dem Tierseuchen-Informationssystem des Friedrich-Loeffler- Instituts hervor. Nach Angaben des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit wurde das Virus am Mittwoch bei zwei Vögeln festgestellt. Dabei handelt es sich um eine Möwe in Greifswald und um eine Stockente in Lütow auf der Insel Usedom, wie der Amtstierarzt des Kreises, Holger Vogel, bestätigte. Im Kreis Vorpommern-Rügen in der Gemeinde Rambin muss laut Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) eine zweite Hausgeflügelhaltung getötet werden.

Stallpflicht in Teilen des Kreises

Für Geflügelhalter in Vorpommern-Greifswald gilt nun auch, dass ihre Tiere ab sofort in den Stall müssen. Das aber noch nicht im gesamten Kreisgebiet. Zunächst ist nur die Küstenregion betroffen und größere Gewässer wie die Peene und der Galenbecker See - also Gebiete, in denen derzeit viele Wildvögel rasten und überwintern. Der Landkreis hat eine entsprechende Allgemeinverfügung auf seiner Internetseite veröffentlicht. Dort werden die von der Aufstallpflicht betroffenen Gebiete aufgelistet sein. Außerdem sind Geflügelhalter im gesamten Kreis aufgefordert, ihre Tiere beim Veterinäramt anzuzeigen.

Vorerst keine landesweite Aufstallpflicht

Landwirtschaftsminister Backhaus schließt unterdessen eine landesweite Aufstallpflicht für Geflügel aus. Generell seien die Landkreise für die Entscheidung verantwortlich. Backhaus appelliert dennoch an alle Geflügelhalter im Land, ihre Tiere gut zu schützen. Da wo es möglich sei, sollte über eine vorsorgliche Aufstallung nachgedacht werden.

Zuletzt auch Nutztierhaltung in Zingst betroffen

Nachdem das Virus bereits bei einigen Wildvögeln im Landkreis Vorpommern-Rügen nachgewiesen worden war, gilt im gesamten Kreis seit Anfang November eine Stallpflicht für Hausgeflügel. Inzwischen ist dort auch eine Nutztierhaltung betroffen: Am Dienstag wurde das hochpathogene Influenzavirus des Subtyps H5N5 bei einer privaten Tierhaltung in Zingst festgestellt. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) warnte seit Anfang Oktober vor dem Ausbruch der Tierseuche, die vor allem für Wassergeflügel und Greifvögel, unter Umständen aber auch für den Menschen gefährlich ist.

Hintergrund
Legehennen in einem Hühnerstall © dpa Foto: Ingo Wagner

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Übertragung auf Menschen bisher nicht nachgewiesen

Die Vogelgrippe ist eine Infektionskrankheit, die vor allem bei Wasservögeln und anderen Vögeln vorkommt. Sie kann bei Hausgeflügel mit schweren allgemeinen Krankheitszeichen verlaufen und dem FLI zufolge auch auf den Menschen übertragen werden. Nach Angaben der Hamburger Verbraucherschutzbehörde wurden solche Fälle aber bislang weltweit nicht nachgewiesen.

Weitere Informationen
Schild auf dem steht: Gefügelpest Sperrbezirk

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 12.11.2020 | 11:00 Uhr

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