Sonnenuntergang über einem Haferfeld. © NDR Foto: Klaus Haase aus Prerow

Weniger Raps, mehr Hafer: Größere Vielfalt auf Feldern in MV

Stand: 29.05.2021 13:15 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern leuchtet in diesem Frühjahr weniger gelb. Der Rapsanbau ist deutlich zurückgegangen. Experten sprechen von guten Nachrichten.

Die Vielfalt auf den Äckern in Mecklenburg-Vorpommern nimmt zu. Denn der Rapsanbau geht nach Erhebungen des Statistischen Landesamtes in diesem Jahr weiter zurück. Die Bauern haben demnach 174.000 Hektar mit Winterraps bestellt, was einen Rückgang zum Vorjahr um 2,6 Prozent und zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2020 um 14,8 Prozent darstellt. Im Jahr 2013 wuchs Raps noch auf rund 266 000 Hektar, was einem Viertel der gesamten Ackerfläche Mecklenburg-Vorpommerns entsprach. Jetzt sind es noch rund 16 Prozent.

Landesbauernverband mit Entwicklung zufrieden

Für den Pflanzenbaureferenten des Landesbauernverbandes, Frank Schiffner, sind das gute Nachrichten. Auf den Feldern in Mecklenburg-Vorpommern wachse die Kulturarten-Vielfalt. In der Tat hat etwa die Anbaufläche von Hafer zugenommen. Wurden im Schnitt der Jahre 2015 bis 2020 auf 9.100 Hektar Hafer angebaut, sind es dem Statistikamt zufolge in diesem Jahr 15.400 Hektar. Ackerbohnen und Erbsen zusammen legten von 18.000 Hektar im vergangenen Jahr auf jetzt rund 29.000 Hektar zu.

Mehr Zuckerrübenanbau

Den Daten zufolge werden auch wieder mehr Zuckerrüben angebaut: Die Fläche wuchs im Vergleich zu 2020 um zehn Prozent auf nunmehr rund 33 000 Hektar. Der Grund ist laut Schiffner eine Ausweitung der Produktionskapazitäten in der Zuckerfabrik Anklam. Blühflächen wie Tulpen- und Gladiolenfelder machen Schiffner zufolge inzwischen etwa 7.500 Hektar aus. Die gesamte Ackerfläche in MV beträgt nach seinen Angaben 1,1 Millionen Hektar. Auf fast 40 Prozent wächst Winterweizen und Wintergerste (432.000 Hektar).

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Raps -Versuchsfeld der Norddeutschen Pflanzenzucht. © NDR/JOKER PICTURES GmbH

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Hoher Schädlingsdruck beim Raps

Der Rückgang des Rapses liegt Schiffner zufolge unter anderem an dem sehr starken Anbau in früheren Jahren. In einigen Betrieben habe es daraufhin Fruchtfolge-Probleme gegeben wie verstärkten Schädlingsdruck. Im Jahr 2015 wurde dann die Behandlung von Raps-Saatgut mit Neonikotinoiden verboten. Auch das habe zum Rückgang des Anbaus beigetragen.

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