Ein Mann putzt sich die Nase © colourbox Foto: Aleksandr

Weniger Atemwegsinfektionen in MV wegen Corona-Schutzmaßnahmen

Stand: 29.11.2020 10:36 Uhr

Die Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie haben offenbar dazu geführt, dass andere Infektionskrankheiten wie die Grippe oder Magen-Darm-Infekte in Mecklenburg-Vorpommern seltener auftreten. Zu diesem Ergebnis kommt die AOK Nordost.

Die Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie haben andere Infektionskrankheiten stark ausgebremst. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der AOK Nordost, bei der mehr als 63.000 Krankschreibungen aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ausgewertet wurden. Rund jeder vierte Einwohner dieser Bundesländer ist nach AOK-Angaben bei ihr versichert. Für die Vergleichzeiträume zog die Kasse Daten aus den Jahren 2017, 2018 und 2019 heran.

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Krankschreibungen wegen Grippe und Co. gingen um bis zu 50 Prozent zurück

Demnach waren in Mecklenburg-Vorpommern zwischen September und November halb so viele Versicherte wegen Grippe krank geschrieben wie im Vorjahreszeitraum. Auch die Krankschreibungen wegen Lungenentzündungen, Bronchitis und Magen-Darm-Infekten gingen laut AOK zum Teil deutlich zurück. Das sei nicht allein mit Zufällen, sondern mit den Corona-Schutzmaßnahmen wie dem Tragen einer Maske, Händewaschen und Abstandhalten zu erklären, hieß es. Allerdings hätten sich wahrscheinlich auch mehr Menschen gegen Influenza impfen lassen, räumte die AOK ein.

Ausgeprägter Trend im Teil-Lockdown

Der rückläufige Trend war in den ersten Wochen des Teil-Lockdowns in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern noch ausgeprägter als in Berlin. Eine mögliche Erklärung ist, dass in Berlin auch mit Kontaktbeschränkungen immer noch mehr Menschen aufeinandertreffen als in Flächenländern, zum Beispiel im öffentlichen Nahverkehr.

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2018 starben 438 Menschen in MV an Grippe oder Lungenentzündung

Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamtes sind Atemwegsinfektionen mit schwerem Verlauf in Mecklenburg-Vorpommern pro Jahr für mehrere Hundert Tote verantwortlich. Im Jahr 2018 starben demnach 438 vorwiegend ältere Menschen an Grippe oder Pneunomie (Lungenentzündung). Das waren zwei Prozent aller Todesfälle. Im Jahr davor vermerkte die Statistik 340 Todesfälle mit einer dieser beiden Ursachen, 2016 waren es 348. Neuere Zahlen aus den Jahren 2019 und 2020 liegen noch nicht vor. In diesem Jahr fallen sie womöglich höher aus, da am oder mit dem Coronavirus bisher rund 60 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern gestorben sind.

Mehr als 20.000 Todesfälle pro Jahr

Die hauptsächlichen Todesursachen in Mecklenburg-Vorpommern sind Kreislauf- und Krebserkrankungen. Im Jahr 2018 wurde für 38,7 Prozent aller 21.948 Todesfälle als Ursache eine Krankheit des Kreislaufsystems angegeben. Mit 25,5 Prozent standen Krebserkrankungen auf Platz zwei. Auf Krankheiten des Atmungssystems entfielen 6,3 Prozent aller Todesfälle. An Verletzungen oder Vergiftungen starben laut Statistik 935 Menschen. Durch Suizid kamen 220 Menschen zu Tode.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 29.11.2020 | 09:00 Uhr

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