Neue Wohnhäuser der Rostocker Wohnungsgesellschaft Wiro in Warnemünde © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner

Weiterhin mehr Zuzüge nach MV als Fortzüge

Stand: 10.10.2020 13:20 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern erweist sich als beliebter Wohnort für Menschen von außerhalb der Landesgrenzen. Ob das zu einem Bevölkerungswachstum führt, ist aber keineswegs sicher.

Jahrelang zogen mehr Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern fort als sich neue Zuzügler hierzulande ansiedelten. Seit einigen Jahren hat sich dieser Trend umgekehrt - und sich zuletzt sogar verstärkt, wie aus aktuellen Daten des Statistischen Landesamtes hervorgeht. Demnach verlegten im ersten Halbjahr 2020 fast 6.300 Menschen mehr ihren Hauptwohnsitz in den Nordosten als wegzogen.

Zuletzt mehr Fort- als Zuzügler unter Ausländern

Damit ist der sogenannte Wanderungsgewinn im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres fast um ein Drittel gewachsen. Im ersten Halbjahr 2019 lag er bei rund 4.400 Menschen. Der größte Teil des jetzigen "Wanderungsgewinns" entfiel auf Deutsche mit fast 5.000 Personen. Ausländer trugen mit knapp 1.300 Personen bei. Allerdings zeichnet sich dabei ein "Corona-Knick" bei ausländischen Zuzüglern ab: Kamen im ersten Quartal noch 1.345 Ausländer mehr in den Nordosten als fortzogen, drehte sich die Bilanz im zweiten Quartal ins Minus: 56 Ausländer mehr zogen weg als hinzukamen.

Kanpp über 1,6 Millionen Einwohner

Trotz der jüngsten "Wanderungsgewinne" ist die Einwohnerzahl Mecklenburg-Vorpommerns zuletzt leicht gesunken. Ende 2019 waren noch 1.608.138 Menschen mit Hauptwohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern gemeldet, 1.537 oder 0,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das liegt daran, dass die Zahl der Sterbefälle die der Geburten stark übersteigt. 2019 starben laut Statistik 21.702 Mecklenburger und Vorpommern - 9.072 mehr als Kinder geboren wurden. Deshalb ist auch noch offen, ob am Ende dieses Jahres der Wanderungsgewinn zusammen mit den Geburten die Zahl der Sterbefälle übertrifft und so zu einem Wachstum der Einwohnerzahl beitragen kann.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 10.10.2020 | 14:00 Uhr

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