Stand: 02.07.2018 18:17 Uhr

Weiter Brände durch Trockenheit bei der Ernte

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In Glasow bei Löcknitz standen rund 20 Hektar eines Getreidefelds in Flammen.

Bei Erntearbeiten in Mecklenburg-Vorpommern sind erneut zahlreiche Brände ausgebrochen: Am Montagmittag ging ein Traktor auf einem Feld bei Pasewalk (Landkreis Vorpommern-Greifswald) wegen eines technischen Defekts in Flammen auf, der Schäden beträgt 200.000 Euro. In Glasow bei Löcknitz (Landkreis Vorpommern-Greifswald) ist ein Getreidefeld in Brand geraten. Rund 20 Hektar wurden vernichtet. Zum Einsatz kamen Feuerwehren aus der Region und auch aus dem benachbarten Brandenburg. Trockenheit und Wind begünstigten in den meisten Fällen die Ausbreitung der Flammen. "Es ist bitter, dass die geringe Ernte nun auch noch zum Teil ein Raub der Flammen wird", sagte ein Sprecher vom Bauernverband NDR 1 Radio MV.

"Märchenwald" in Neustrelitz in Flammen

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In Kuhs bei Güstrow brannte ein Getreidefeld lichterloh.

Allein am Sonntag sind die Feuerwehren im Land zu mehr als zehn Bränden ausgerückt. In Bobbin (Landkreis Vorpommern-Rügen) verbrannten 330 Strohballen, in Kuhs bei Güstrow (Landkreis Rostock) stand ein Getreidefeld lichterloh in Flammen, in Fahrbinde (Landkreis Ludwigslust-Parchim) brannte ein Radlader aus. In Grebs bei Ludwigslust entzündeten sich 30 Strohballen selbst. Die Flammen vernichteten auch fünf Hektar Ackerfläche. Außerdem brannte es am Sonntag in Neustrelitz im sogenannten Märchenwald. Die Polizei geht allerdings von Brandstiftung aus. Zwei Jugendliche im Alter zwischen 15 und 16 Jahren wurden bereits vernommen. Sie hatten vor den Flammen ein Selfie gemacht und waren von Zeugen beobachtet worden. 5.000 Quadratmeter Wald wurden zerstört.

Mestlin: 50 Hektar Getreide abgebrannt

Schon am Samstagabend war in den Landkreisen Ludwigslust-Parchim, Nordwestmecklenburg und Rostock ein Schaden von insgesamt mehr als 100.000 Euro entstanden. Damit ist die Zahl der Erntebrände laut Polizei innerhalb weniger Tage auf mindestens 13 gestiegen. Der Schaden dürfte bei mehr als 500.000 Euro liegen. 50 Hektar Getreide standen auf einem Feld in der Nähe von Mestlin (Landkreis Ludwigslust-Parchim) in Flammen. Auslöser war vermutlich ein Steinschlag eines Mähdreschers. Funken flogen und entzündeten das trockene Getreide. Bei dem Feuer entstand ein Schaden von mehreren zehntausend Euro.

Seit Tagen Brände auf Feldern

Auch in der Nähe von Dalberg (Landkreis Nordwestmecklenburg) stand ein Acker in Flammen. Dabei wurde Gerste auf einer Fläche von etwa fünf Hektar vernichtet. Weitere Brände gab es bei Grambow, nahe Augzin und in Rostock. Bereits am Donnerstag und Freitag hatte es - meist in Vorpommern - mehrfach auf Feldern gebrannt. Die Höhe der Schäden lag jeweils zwischen einigen Tausend bis zu 20.000 Euro.

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So hoch ist die Waldbrandgefahr in den Kreisen

Mit Hilfe dieser Karte des Landesforsts MV erkennen Sie die aktuellen Waldbrandwarnstufen der einzelnen Leitforstämter. So können Sie das Risiko für Ihre Region einschätzen. extern

Polizei: Ein Stein im Mähwerk genügt

Nach Angaben der Polizei wurden viele Brände durch Funkenflug ausgelöst. Ein Stein im Mähwerk eines Mähdreschers sei dazu schon ausreichend, hieß es. Zur Brandbekämpfung sollten die Landwirte Wasser und einen Pflug beim Dreschen bereithalten, empfahl Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD). Neben der Gefahr auf Getreidefeldern sind auch Waldflächen feuergefährdet. Trotz der jüngsten Niederschläge besteht im Osten Mecklenburg-Vorpommerns noch Waldbrandgefahrenstufe 4 - das ist die zweithöchste Gefahrenstufe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 30.06.2018 | 17:00 Uhr

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