Ein Poster trägt die Aufschrift "Warnstreik!". © NDR Foto: Screenshot

Warnstreiks in MV: Für mehr Lohn auf die Straße

Stand: 19.10.2020 15:19 Uhr

Arbeitnehmer aus MV haben sich an bundesweiten Warnstreiks im Tarifstreit im öffentlichen Dienst beteiligt. Verwaltungsmitarbeiter und Krankenhaus-Beschäftigte gingen für mehr Lohn auf die Straße.

Verwaltungsmitarbeiter aus Behörden in Nordwestmecklenburg und Beschäftigte des DRK-Krankenhauses in Grevesmühlen haben am Montag mit einem Warnstreik ihrer Forderung nach besserer Entlohnung Nachdruck verliehen. Dem Aufruf von ver.di zu Arbeitsniederlegungen waren nach Angaben der Gewerkschaft rund 50 Beschäftigte gefolgt. Auf einer Kundgebung vor der Kreisverwaltung in Grevesmühlen zeigten sie ihre Bereitschaft zum Arbeitskampf. Zahlreiche Angestellte waren aber auch an ihren Arbeitsplätzen geblieben.

Ver.di: "Überhaupt einen Tarifvertrag bekommen"

"Zwei Verhandlungsrunden in Potsdam haben bislang kein Ergebnis gebracht. Die Beschäftigten zeigen nun den Arbeitgebern, dass sie die Forderungen durchsetzen werden", sagte Gewerkschaftssekretärin Anne Claussen. Für viele Mitarbeiter der Krankenhäuser in Grevesmühlen und Grimmen gehe es unterdessen darum, überhaupt einen Tarifvertrag zu bekommen.

Nächste Verhandlungsrunde am Mittwoch

Die Gewerkschaften fordern bei den Tarifverhandlungen in Potsdam ein Lohn- und Gehaltsplus in Höhe von 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat für Erzieherinnen, Busfahrer, Müllwerker, Rathausmitarbeiter und zahlreiche andere Angestellte. Die kommunalen Arbeitgeber haben für die rund 2,5 Millionen Beschäftigten zuletzt insgesamt 3,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt in drei Jahresstufen angeboten. Demnach würden die Einkommen zum 1. März 2021 um 1,0 Prozent, zum 1. März 2022 um weitere 1,0 Prozent und zum 1. März 2023 um weitere 1,5 Prozent erhöht werden. Die Verhandlungen werden am Mittwoch in Potsdam fortgesetzt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 19.10.2020 | 15:19 Uhr

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