Stand: 18.10.2018 14:25 Uhr

Warnemünder "Teepott" als Wahrzeichen geehrt

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Der 1967/1968 errichtete "Teepott" ist ein Wahrzeichen des Seebads - und ein prominentes Beispiel für die Hyparschalenarchitektur Ulrich Müthers.

Der vom Bauingenieur Ulrich Müther errichtete "Teepott" in Warnemünde ist am Donnerstag als "historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland" ausgezeichnet worden. Die Würdigung wurde am Nachmittag mit einem Festakt vollzogen, bei dem auch eine Tafel enthüllt wurde. Die Bundesingenieurkammer ehrt seit 2007 historisch bedeutende Ingenieurbauwerke mit dem Titel, den bisher bundesweit 22 Bauwerke tragen. Damit steht das Gebäude in einer Reihe mit dem alten Hamburger Elbtunnel, dem Flughafen Tempelhof und dem Schiffshebewerk Niederfinow.

Erstes im Nordosten ausgezeichnetes Bauwerk

Damit wird das Wahrzeichen Warnemündes das erste Bauwerk im Nordosten, dem diese Ehrung zuteil wird. Das 1968 errichtete Bauwerk an der Uferpromenade des Ostseebades beherbergt Geschäfte und Restaurants. Es gilt als sanierungsbedürftig, besonders der Innenausbau war von einem Gutachter bemängelt worden. Derzeit ist nur noch eine Gaststätte in Betrieb. Laut Investor wird eine Sanierung der Inneneinrichtung 20 Millionen Euro kosten. Die Höhe der Sanierungskosten wird von Bauexperten und Denkmalamt der Stadt in Zweifel gezogen, wie NDR 1 Radio MV berichtete.

Ulrich Müther: Pionier des Schalenbetons

Gebaut vom "König des Betonschalenbaus der DDR"

Das schwungvolle Dach des dreigeschossigen Rundbaus wurde vom 2007 verstorbenen Bauingenieur Müther als Schalentragwerk entworfen. Aufgrund seiner speziellen Dachkonstruktion steht der Teepott seit 1984 unter Denkmalschutz und gilt als prominentes Beispiel für die von Müther mitgeprägte, elegante Hyparschalen-Architektur. Im Ensemble mit dem benachbarten Leuchtturm gilt der Teepott als Wahrzeichen von Warnemünde.

Müther gilt als "König des Betonschalenbaus" in der DDR und wird den bedeutendsten Baumeistern der deutschen Nachkriegszeit zugerechnet. Vor allem von den 1960er- bis in die 1980er-Jahre wurden viele "Müther-Schalen" gebaut. Insgesamt gibt es weltweit 74 - vom Planetarium in Wolfsburg über eine Radrennbahn auf Kuba bis hin zu einer Moschee in Jordanien.

Viele Müther-Bauten stehen vor dem Verfall

Viele der Bauten stehen vor dem Verfall. Ein von Müther entworfenes Restaurant im Zentrum Berlins und eine hölzerne Konzertmuschel auf Rügen wurden bereits abgerissen. Müthers größter noch erhaltener Bau, die 1969 als Messehalle errichtete Hyparschale in Magdeburg, befindet sich nach Angaben von Experten in einem desolaten Zustand. Zuletzt gab es Anstregungen - etwa an der Hochschule Wismar - Müthers Schaffen wissenschaftlich aufzuarbeiten.

Teepott

Warnemünder Teepott muss saniert werden

Nordmagazin -

Das Wahrzeichen von Warnemünde - ein Sanierungsfall. Eine Vollsanierung ist geplant. Kosten: rund 20 Millionen Euro. Für diese Investition stellen die Eigentümer eine Bedingung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 18.10.2018 | 17:15 Uhr

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