Stand: 27.09.2018 11:18 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Warnemünder "Teepott" wird ausgezeichnet

Der "Teepott" an der Strandpromenade von Warnemünde © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck
Der 1967/1968 errichtete "Teepott" ist ein Wahrzeichen des Seebads - und ein prominentes Beispiel für die Hyparschalenarchitektur Ulrich Müthers.

Der von Ulrich Müther (1934-2007) errichtete "Teepott" in Warnemünde wird als "historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland" ausgezeichnet. Die Würdigung soll am 18. Oktober mit einem Festakt vollzogen werden, bei dem auch eine Tafel enthüllt werde, teilte die Ingenieurkammer des Landes am Donnerstag in Schwerin mit.

Erstes im Nordosten ausgezeichnetes Bauwerk

Damit wird das Wahrzeichen Warnemündes das erste Bauwerk im Nordosten, dem diese Ehrung zuteil wird. Das 1968 errichtete Bauwerk an der Uferpromenade des Ostseebades beherbergt Geschäfte und Restaurants. Es gilt als sanierungsbedürftig. Die Bundesingenieurkammer ehrt seit 2007 historisch bedeutende Ingenieurbauwerke mit dem Titel, den bisher bundesweit 22 Bauwerke tragen.

Gebaut vom "König des Betonschalenbaus der DDR"

Der unter Denkmalschutz stehende "Teepott" war von Müther und dem Stadtplaner Erich Kaufmann entworfen worden. Das Bauwerk gilt als prominentes Beispiel für die von Müther mitgeprägte, elegante Hyparschalen-Architektur. Müther gilt als "König des Betonschalenbaus" in der DDR und wird den bedeutendsten Baumeistern der deutschen Nachkriegszeit zugerechnet. Vor allem von den 1960er- bis in die 1980er-Jahre wurden viele "Müther-Schalen" gebaut. Insgesamt gibt es weltweit 74 - vom Planetarium in Wolfsburg über eine Radrennbahn in Kuba bis hin zu einer Moschee in Jordanien.

Viele Müther-Bauten stehen vor dem Verfall

Viele der Bauten stehen vor dem Verfall. Ein von Müther entworfenes Restaurant im Zentrum Berlins und eine hölzerne Konzertmuschel auf Rügen wurden bereits abgerissen. Müthers größter noch erhaltener Bau, die 1969 als Messehalle errichtete Hyparschale in Magdeburg, befindet sich nach Angaben von Experten in einem desolaten Zustand. Zuletzt gab es Anstregungen -etwa an der Hochschule Wismar - Müthers Schaffen wissenschaftlich aufzuarbeiten.

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NDR 1 Radio MV | 27.09.2018 | 12:00 Uhr

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