Walnussbaum im Sommer © picture alliance Foto: Hinrich Bäsemann

Walnüsse statt Sanddorn in Ludwigslust

Stand: 19.07.2021 11:50 Uhr

Auf den Plantagen und an der Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern stirbt der Sanddorn. In Ludwigslust wachsen deshalb neben Sanddornsträuchern nun auch Walnussbäume.

In Ludwigslust (Landkreis Ludwigslust-Parchim) ist Umdenken angesagt. Dort hat sich einmal Deutschlands größte Sanddornplantage befunden. Doch der Sanddorn stirbt immer mehr ab. Noch ist die Ursache völlig unklar. Die Sanddorn Storchennest GmbH geht deshalb neue Wege. Den Sanddorn hat der Biobetrieb zwar noch nicht ganz aufgegeben, baut nun aber auch Walnüsse an.

Stabile Sorten gewählt

Die etwa 110 neuen Walnussbäume auf der Plantage sind umrahmt von Eichen, Erlen und Pappeln und mit Manschetten geschützt, um hungriges Wild von den jungen Bäumchen abzuhalten. Auf gut zwei Hektar stehen ungarische und französische Sorten. Die Plantage befindet sich auf einem sehr sandigen Boden, der Feuchtigkeit schlecht speichert. Das sind Kriterien, mit denen Walnussbäume relativ gut klarkommen. Sie sind verhältnismäßig trockenheitstolerant und vertragen auch hohe Temperaturen gut, so Frank Spaethe von der Ludwigsluster Sanddorn Storchennest GmbH. Bei der Auswahl der Sorten wäre außerdem darauf geachtet worden, diejenigen zu nehmen, die relativ spät blühen, um nicht in die Blütenfrostperiode zu kommen.

Erste Ernte in sieben Jahren

Spaethe, der in Ludwigslust für den Obstbau zuständig ist, ist beim Walnussanbau optimistisch: "Wenn die Bäume das erste Jahr gut überstehen, wird es auch die nächsten weiter funktionieren." Der Betrieb hat rund 5.000 Euro in den neuen Anau investiert, hinzu kommen die Arbeitsstunden für die Baumpflege. Die erste Ernte ist frühstens in sieben Jahren möglich. Das ist eine lange Phase ohne Einnahmen für die Ökobetrieb. Doch für den Landwirt ist der Walnussanbau eine gute Alternative zum Sanddorn. Die Nüsse sollen später ganz vermarktet und zu hochwertigem Bioöl veredelt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 19.07.2021 | 12:00 Uhr

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