Neu gepflanzte Bäume © Martje Rust Foto: Martje Rust

Waldumbau als Reaktion auf Klimawandel

Stand: 10.06.2021 16:46 Uhr

Dürre und Insektenbefall haben auch den Wäldern in Mecklenburg-Vorpommern zugesetzt. Das Baumsterben soll durch Aufforstung von landwirtschaftlichen Flächen und durch die Schaffung von Mischkulturen gestoppt werden.

1,8 Millionen Festmeter Schadholz seien allein in den Landesforsten zu verzeichnen, sagte Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Donnerstag im Landtag in Schwerin. Insgesamt sei im Land von gut 2,5 Millionen Festmetern auszugehen. "Im Vergleich zu anderen Bundesländern sind wir aber noch mit einem grünen Auge davongekommen", sagte der Minister.

Von Nadelwäldern zu Mischwäldern

Dem Klimawandel versuche die Forstwirtschaft mit einem gezielten Waldumbau zu begegnen. Reine Nadelwälder würden Schritt für Schritt in widerstandsfähigere Mischwälder umgewandelt. Seit 2015 sei das in Mecklenburg-Vorpommern auf 3.000 Hektar geschehen. Knapp ein Drittel der 558.000 Hektar Wald im Land sind aber noch Nadelwald-Monokulturen. Backhaus verwies auf das Landesprogramm zur Waldmehrung. Dazu würden jährlich etwa 1.000 Hektar landeseigener Flächen aus der landwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen und aufgeforstet.

Anreize für private Landeigentümer

Für private Landbesitzer ist die Umwandlung von Agrarflächen in Wald auf kurze Sicht wenig rentabel. Deshalb ist der Waldzuwachs trotz staatlicher Beihilfen im Nordosten bislang gering geblieben. Mit einem Anteil von 24 Prozent ist Mecklenburg-Vorpommern eines der waldärmsten Bundesländer. Backhaus hofft, auch mit Förderangeboten für Baumpflanzungen entlang von Gewässern mehr private Landeigentümer für die Waldmehrung zu gewinnen.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 10.06.2021 | 16:00 Uhr

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