Stand: 21.07.2018 13:30 Uhr

Waldbrandgefahr im Nordosten steigt wieder

Nach einer leichten Entspannung steigt die Waldbrandgefahr im Nordosten wieder. Neben dem Forstamt Jasnitz im Landkreis Ludwigslust-Parchim gilt die zweithöchste Gefahrenstufe 4 nun auch im Forstamt Mirow (Kreis Mecklenburgische Seenplatte). Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigt für das Wochenende in Boizenburg und Marnitz sogar Stufe 5 an.

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So hoch ist die Waldbrandgefahr in den Landesteilen

Mit Hilfe dieser Karte des Landesforsts MV erkennen Sie die aktuellen Waldbrandwarnstufen der einzelnen Leitforstämter. So können Sie das Risiko für Ihre Region einschätzen. extern

Forstämter raten zu äußerster Vorsicht

Holger Voß, Forstamtsleiter von Grabow, in dem auch das Amt Jasnitz liegt, rät zu äußerster Vorsicht. Vor allem in den Kiefernwäldern sei das Gras aufgrund der anhaltenden Trockenheit hochentzündlich. Kleinste Funken würden ausreichen, um ein Feuer auszulösen. Er spricht sich trotzdem dafür aus, Wälder vorerst nicht zu sperren. Spaziergänger würden mögliche Brände bemerken und die Feuerwehr alarmieren.

Backhaus: Entwarnung nicht in Sicht

Umweltminister Till Backhaus (SPD) sagte, die Trockenheit mache dem Land weiter zu schaffen. Auch für die nächsten Wochen sei nicht mit einer Entwarnung zu rechnen. Er schätzt, dass die Waldbrandgefahr weiter steigt. Bei der jetzt im Forstamt Jasnitz geltenden Warnstufe 4 darf man den Wald nur noch auf Wegen betreten. Das Rauchen ist in den Wäldern Mecklenburg-Vorpommerns generell nicht gestattet. Autofahrer werden außerdem gebeten, keine Zigarettenreste aus dem Fenster zu werfen. Backhaus erinnerte zudem die Landwirte noch einmal an Vorsichtsmaßnahmen, um Waldbränden vorzubeugen.

In diesem Sommer mussten die Feuerwehren bereits zu zahlreichen Waldbränden ausrücken. Der größte ereignete sich vor etwa zwei Wochen in einem Waldstück an der A14 bei Groß Laasch (Kreis Ludwigslust-Parchim). Mehr als 100 Feuerwehrleute waren vier Tage unter erschwerten Bedingungen im Einsatz, weil der Waldboden mit Munition aus dem Zweiten Weltkrieg belastet ist.

Verhaltensregeln bei Waldbrandgefahr

  • Rauchen Sie nicht im Wald und in der Feldflur!
  • Werfen Sie keine Zigarettenreste aus dem Auto! Benutzen Sie Ihren Aschenbecher im Auto!
  • Nutzen Sie für Lagerfeuer und Grillabende nur ausgewiesene Grill- und Lagerfeuerplätze, auf denen Sie einen ausreichenden Brandschutz sichern können. Halten Sie dabei einen Mindestabstand zum Wald von 50 Metern ein!
  • Parken Sie nur auf ausgewiesenen Waldparkplätzen! Ermöglichen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit den Lösch- und Rettungskräften eine rasche und ungehinderte Zufahrt zum Brandherd, indem Sie die Waldwege freihalten!
  • Melden Sie alle Brände unverzüglich der Feuerwehr (Notruf 112) oder der Polizei (Notruf 110)!
(Quelle: wald-mv.de)

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 21.07.2018 | 12:00 Uhr

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