Stand: 30.11.2019 10:59 Uhr

Waldbrand bei Lübtheen: Soll Kreis doch zahlen?

Der Bund will die Kosten für den Einsatz nicht in Rechnung stellen, hieß es bisher. (Archivbild)

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim soll sich möglicherweise doch an den Kosten für den Bundeswehr-Einsatz beim verheerenden Waldbrand in Lübtheen im Sommer beteiligen. Das habe das Bundesverteidigungsministerium in dieser Woche mitgeteilt, sagte Landrat Stefan Sternberg (SPD). Die Kosten für den Einsatz belaufen sich demnach nach derzeitigem Stand auf rund zwei Millionen Euro. Davon solle der Kreis etwa 500.000 Euro übernehmen.

Bund sicherte Kostenübernahme zu

Laut Sternberg wird in dem Schreiben darauf hingewiesen, dass der Anteil des Kreises noch steigen könne. Denn eine genaue Aufstellung über die Kosten des Bundeswehr-Einsatzes werde erst Mitte kommenden Jahres vorliegen. Bisher hieß es, dass der Bund dem Kreis keinerlei Kosten für den Einsatz von Löschhubschraubern und Räumpanzern in Rechnung stelle.

Angelegenheit soll schnell geklärt werden

Wie Sternberg gegenüber NDR 1 Radio MV bestätigte, hat er sich nach Erhalt des Schreibens umgehend mit Landes-Agrarminister Till Backhaus (SPD) und -Innenminister Lorenz Caffier (CDU) in Verbindung gesetzt. Auch der Staatssekretär des Bundesfinanzministeriums sei informiert worden. Alle drei hätten die Abmachung vom Sommer bestätigt, nach der sich der Kreis nicht an den Kosten beteiligen müsse. Laut Sternberg soll die Angelegenheit mit dem Bundesfinanzministerium in den nächsten Tagen geklärt werden. Er hoffe, dass der Fall nicht zum "politischen Ping-Pong" werde, sondern sich alles in Wohlgefallen auflöse, so Sternberg.

Spezialgerät war bei Löscheinsatz notwendig

Bei dem Waldbrandgebiet handelt es sich um eine munitionsverseuchte Bundesliegenschaft. Die Löscharbeiten waren bei dem Brand auf dem früheren, insgesamt 6.200 Hektar großen Truppenübungsplatz wegen starker Munitionsbelastung schwierig. Die nötige Brandbekämpfung aus der Luft und am Boden mit gepanzerten Fahrzeugen hatte die Kosten nach oben getrieben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 30.11.2019 | 10:00 Uhr

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